Samstag, 11. April 2015

Das Busorakel von Christoph Sonntag

Ein junger Mann hat einen skurrilen Vertrag unterzeichnet, der ihn zum täglichen Busfahren zwingt. Im Bus beginnt er sein Orakelspiel: Er belauscht Gespräche und Telefonnummern der Mitreisenden und mischt sich willkürlich in ihren Alltag ein. Im Laufe der Jahre verstrickt er sich so unbemerkt immer mehr in das Leben anderer, bis es keinen Ausweg mehr gibt. Als er schließlich merkt, dass er durch sein Spiel einen Menschen auf dem Gewissen hat, läuft der Roman auf einen überraschenden Höhepunkt zu.
Kannte ich, wie viele andere Christoph Sonntag nur als schwäbischen Comedian aus dem Radio, war ich nicht wenig überrascht  über diesen Roman. Der „Buspassagier“ fährt tagaus tagein Bus, belauscht Fahrgäste, führt Buch über deren Gespräche, Namen und Sachverhalte und „spielt“ Schicksal, greift in das Leben der Protagonisten ein, mit erschreckendem Ende. Erzählt wird aus drei Perspektiven – aus der des  Ich-Erzählers,  aus der Sicht eines Pflegers und dessen Azubi und dann noch aus Sicht des allwissenden Erzählers der dem Leser den nötigen Input gibt und sich zu der  letztendlichen Wahrheit und den Zusammenhängen äußert.. Christoph Sonntag ist es nicht von Anfang an gelungen, mich mit diesem Roman zu fesseln. Die Charaktere waren mir anfangs zu undurchsichtig, alles schien etwas verworren.  Doch dann lösen sich langsam die verworrenen Geschichten  auf und erst zum Schluss wird klar, was welche Taten und welche Personen wirklich miteinander zu tun haben. Ein Roman mit viel Phantasie, Witz und Tiefgang. Der etwas andere Roman.
  • Verlag: Hohenheim Verlag (September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN 978-3-89850-192-7 

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