Sonntag, 12. April 2015

Das Kindermädchen von Elisabeth Herrmann

Joachim Vernau ist ganz oben in der Berliner Gesellschaft angekommen. Er steht kurz davor, in die wohlhabende und einflussreiche Familie der von Zernikows einzuheiraten, nicht ahnend, dass ihre Ehrbarkeit nicht viel mehr als Fassade ist. Als eine ukrainische Frau auftaucht und behauptet, die von Zernikows hätten im Zweiten Weltkrieg eine Zwangsarbeiterin beschäftigt, lässt das Familienoberhaupt sie kurzerhand hinaus werfen. Wenig später wird sie tot aus dem Landwehrkanal geborgen. Vernau beginnt unangenehme Fragen zu stellen und kommt nicht nur der Identität der Frau sondern auch dem lukrativen Geschäft mit enteigneter Kunst auf die Spur …
Rechtsanwalt Joachim Vernau verkehrt dank seiner Lebensgefährtin Sigrun in den besten Kreisen Berlins. Die aus Berlin stammende hoch angesehene Familie „von Zernikow“ ist nach dem Zweiten Weltkrieg zu großem Reichtum gelangt. Familienoberhaupt Utz führt eine erfolgreiche Anwaltskanzlei, Sigrun, die das 'von' aus ihrem Namen gestrichen hat strebt eine erfolgreiche Politikerkarriere an. Vernau und Sigrun stehen kurz vor ihrer Hochzeit und Utz von Zernikow will den Mann seiner Tochter als Partner in seiner Anwaltskanzlei. Als eines Tages eine alte Frau auf dem Anwesen von Utz eine Unterschrift auf einem Dokument einfordert, das die Zwangsarbeit des ehemaligen Kindermädchens Natalja Tscherdnitschenkowa anerkennen soll, wird sie barsch vertrieben. Als sie wenige Tage später tot aufgefunden wird, beginnt Vernau, sich für die Geschichte der Familie von Zernikow und deren Vergangenheit zu interessieren und von da an verändert sich Joachim Vernaus Leben schlagartig, denn mit Hilfe der Anwältin Marie-Luise beginnt er, Nachforschungen anzustellen und kann nicht nur Licht in die dunkle Vergangenheit der Zernikows bringen, sondern auch sich und Marie-Luise in große Gefahr…
„Das Kindermädchen“ von Elisabeth Herrmann ist das Erste aus der Reihe rund um den Rechtsanwalt Joachim Vernau. Ich habe mich bewusst dazu entschieden, die Reihe von Anfang an zu lesen und war ehrlich gesagt vom Auftakt gleich schon etwas enttäuscht. Die Grundidee einen Krimi über die Nazi-Geschichte Deutschlands und die Zwangsarbeit im Dritten Reich zu schreiben finde ich sehr gut. Allerdings beginnt die Story schleppend und wenig spannend, vieles wirkt konstruiert und unglaubwürdig. Erst im zweiten Drittel kommt dann Spannung auf, jedoch bleiben Aha-Effekte und unterschiedliche Wandlungen aus. Den Anwalt in die Rolle eines Super-Agenten schlüpfen zu lassen der eine kratzbürstige „Cat Woman“ als Assistentin hat, macht es irgendwie nicht besser. Die Protagonisten sind mir teilweise wirklich sehr überzogen und wirklichkeitsfremd dargestellt. Unterhaltsam fand ich die Szenen mit Vernaus Mutter und ihrer Freundin „Hütchen“. 
Alles in allem war der Krimi ganz gut zu lesen, bei mäßiger Spannung konnte der Leser jedoch etwas „Berliner Luft“ schnuppern und sich mal mehr oder weniger gut unterhalten lassen. Trotz der Enttäuschung werde ich dem zweiten Teil der Reihe eine Chance geben. Drei Sterne von mir!


Das Buch ist hier bestellbar: http://www.randomhouse.de/Presse/Taschenbuch/Das-Kindermaedchen-Roman/Elisabeth-Herrmann/pr210365.rhd?pub=4000&men=783&mid=5


  • Verlag: Goldmann (9.10.2007)
  • Taschenbuch, 480 Seiten
  • ISBN: 978-3-442-46455-5

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