Freitag, 10. April 2015

Der Wald ist Schweigen von Gisa Klönne

Im geruhsamen Bergischen Land wird von der jungen Revierförsterin Diana auf einem Jägerhochsitz eine verweste und von Schrotkugeln durchsiebte Leiche gefunden. Dies ruft das überhaupt nicht einvernehmliche Ermittlerduo Judith Krieger und Manni Korzilius an den Tatort. Die Leiche wird alsbald als Andreas Wengert identifiziert, Lehrer und Ehemann der gut betuchten Juliane Wengert, die auch schnell als Mörderin verdächtigt wird. Die Ermittler finden heraus, dass der gute Herr Lehrer mit diversen Schülerinnen ein Verhältnis hatte, darunter Laura, die von ihrer Mutter aufgrund des "Vorfalls" in den Sonnenhof abgeschoben wurde - ein dem Tatort sehr naheliegender "Aschram" für Daueraussteiger und yogaliebende vom Leben Geplagte. Hat Laura was mit dem Mord an Andreas Wengert zu tun? Oder vielleicht die junge Försterin Diana, die glaubt, dass der Wald Augen hat und der seltsame Dinge wiederfahren? Oder ist es gar doch ein Bewohner des seltsamen Yogatempels? Denn einige dieser Leute kommen Judith Krieger mehr als seltsam vor....
Das Erstlingswerk von Gisa Klönne - und meiner Meinung nach gleich ein voller Erfolg. Die drei sehr lebendig dargestellten Hauptprotagonisten sind allesamt Frauen: Die durch den Tod ihres besten Freundes psychisch angeschlagene Kommissarin, Laura, die wütend und verletzt auf dem Sonnenhof lebt und die sich nur mit Mühe den dortigen Regeln unterwerfen kann. Und schließlich Diana, die Försterin, die selbst ein Geheimnis in sich trägt und sich in ihrem Försterhaus beobachtet fühlt. Alle drei auf ihre Art starke Charaktere. Klönne hat es geschafft, einen in sich runden und intelligenten Krimi zu schreiben, leicht verständlich, fesselnd und aufwühlend. Auch wenn der geübte Krimileser relativ schnell ahnt, wer der Mörder in diesem Stück ist, bleibt man doch weiterhin spannend unterhalten. Absolut empfehlenswert.
  • Verlag: Ullstein Buchverlage (13.09.2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13 9783548263342

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