Samstag, 11. April 2015

Ein Winter mit Baudelaire von Harold Cobert

Es wird Herbst in Paris, als Philippe den Boden unter den Füßen verliert. Nach der Trennung von seiner Frau muss er die gemeinsame Wohnung verlassen, und der Kontakt zur Tochter wird ihm verwehrt. Als wenig später sein Arbeitsvertrag nicht verlängert wird, ist das der letzte Schritt, der ihn in den Abgrund stürzen lässt. Das Leben auf der Straße droht, ihm den Rest seiner Würde zu nehmen. Doch dann begegnet er Baudelaire, der ihn – mit beständigem Optimismus und treuem Hundeblick – auf vier Pfoten zurück ins Leben führt, ihm den Mut für einen Neuanfang gibt. Und auf einmal scheint der Tag, an dem er seine Tochter wieder in die Arme schließen kann, gar nicht mehr so fern …
Harold Cobert erzählt in „ Ein Winter mit Baudelaire“ die Geschichte von Philippe, der aufgrund der Trennung von seiner Frau und dem Verlust seines Jobs in die Obdachlosigkeit abrutscht und durch den Hund Baudelaire, der im auf der Straße zuläuft, wieder den Mut und die Kraft findet, sein Leben in den Griff zu bekommen.
In kurzen Kapiteln die Cobert in poetischem leicht zu lesenden Schreibstil verfasst hat, begleitet der Leser den Protagonisten auf seinem Weg als Obdachloser. Spürt förmlich zusammen mit Philippe die abwertenden, verächtlichen Blicke der Mitmenschen. Man erwischt sich dabei, wie man sein Verhalten gegenüber den Menschen, die auf der Straße leben, hinterfragt. Wie viele von den heimatlosen Menschen haben wohl das gleiche oder ähnliche Schicksal erlebt wie Philippe? Und wie oft verurteilt man, ohne das „Warum“ zu wissen?
Eine Geschichte die berührt und zum Nachdenken anregt, aber auch eine Geschichte, die Mut macht und aufzeigt, dass man auch wenn man schon ganz unten ist, wieder einen Weg zurück ins richtige Leben finden kann.
  • Verlag: Piper (1.11.2011)
  • Kartoniert, 288 Seiten
  • ISBN: 978-3-492-27343-5

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