Samstag, 11. April 2015

Inder Blüte ihres Grabes von Amy MacKinnon

Das Adonisröschen steht für traurige Erinnerungen, der Fingerhut für die Unaufrichtigkeit, Tagetes weisen auf Grausamkeit in der Liebe hin. Der Dornbusch steht für die Weisheit, die Chrysantheme für die Freude … Clara Marsh ist Bestatterin und bereitet die Toten für ihren letzten Weg zum Grab vor. Als kleines Abschiedsgeschenk legt sie ihnen einen besonderen Blumengruß in den Sarg. So auch vor drei Jahren, als ein kleines Mädchen brutal im Wald mordet wurde. Clara richtete damals die Leiche des Kindes her und schmückte anschließend den Sarg mit Gänseblümchen. Ihr einsames und ruhiges Leben gerät außer Kontrolle, als Detective Mike Sullivan die Ermittlungen in diesem Fall verstärkt. Zum ersten Mal in ihrem Leben muss Clara sich entscheiden: Entweder für die sichere Einsamkeit mit den Toten oder aber für die gefährliche Nähe zu einem anderen Menschen.
Die Kurzbeschreibung sagt eigentlich schon sehr viel aus, deswegen spare ich mir hier einmal meine eigene Zusammenfassung. Amy MacKinnon hat mich mit ihrem Debütroman begeistert und gefesselt und das obwohl im ersten Teil des Buches eigentlich gar nicht viel passiert. Doch die düster traurige Stimmung in diesem Roman hat mich gefangen gehalten, die Autorin schreibt erdrückend und melancholisch über verletzte und wunde Seelen und der Leser taucht ein in die Tiefen der menschlichen Psyche. Die Protagonistin Clara hat in mir immer wieder den Wunsch aufkommen lassen, dieses zarte tief in der Seele verletzte Wesen einfach nur zu halten und in den Armen zu wiegen. Gegen Ende des Romans kommt dann auch noch die nötige Spannung auf, das Ende lässt MacKinnon offen und dem Leser frei sich sein eigenes Ende auszudenken.
Unglaublich und wunderschön, 5 Sterne von mir!
  • Verlag: Fischer
  • Ebook 
  • ISBN: 978-3-10-569009-3

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen