Samstag, 11. April 2015

Nur wer fällt, lernt fliegen von Anna Gavalda

Billie und Franck sind beim Bergwandern in Frankreich in eine Felsspalte gestürzt. Während er bewusstlos in ihren Armen liegt, versucht sie mit aller Kraft wach zu bleiben und erzählt ihre verrückte Geschichte.
Beim Wandern in Frankreichs Cevennen sind Billie und ihr Freund Franck in eine Felsspalte gestürzt. Während sie sich den Arm verletzt hat, steht es um Franck nicht so gut. Als er das Bewusstsein verliert und um den Schlaf und die Verzweiflung beiseite zu schieben, erzählt Billie „Ihrem Stern“ die Geschichte von Billie und Franck. Auf den ersten Blick scheint die beiden nichts zu verbinden, sie wuchs in einer asozialen Wohnwagensiedlung auf, Franck hat wegen seiner Homosexualität Probleme mit seinem Vater. Doch beides sind sie Außenseiter, bis sie zwei Hauptrollen in einem Schultheaterstück bekommen. Billie erfährt zum ersten Mal in ihrem Leben Wertschätzung und Franck wird zu ihrem Helden. Doch ihre Wege trennen sich, sie bleibt sitzen, er muss ins Internat. Es folgen Prostitution und Kriminalität, Abstürze und Schicksalsschläge, bis sie sich wieder finden…
Anna Gavalda nimmt den Leser in die etwas eigentümliche Gedankenwelt Billies mit, ihre Sprache, die der  Wohnwagensiedlung, einfach, frech, vulgär. Hat man sich damit arrangiert taucht man ein in eine wunderschön erzählte und anrührende Geschichte über Liebe und Freundschaft. Gavalda vermittelt die Botschaft, dass man alles schaffen kann,  dass es aus jeder Situation einen Ausweg gibt, wenn man nur jemanden an seiner Seite hat, der einen unterstützt, auffängt und liebt.
Beinahe hätte ich das Buch nach den ersten Seiten abgebrochen, ich bin froh, dass ich es nicht getan habe, denn obwohl  es nur knapp 200 Seiten umfasst, sagt dieser Roman von Anna Gavalda mehr aus als manch dicker Schmöker.
  • Verlag: Hanser Verlag (28.7.2014)
  • Fester Einband, 192 Seiten
  • ISBN 978-3-446-24595-2

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