Sonntag, 12. April 2015

Passagier 23 von Sebastian Fitzek

jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund 20 Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt ... 

Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler. 
Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm... 

Martin Schwartz ist Undercover-Ermittler bei der Berliner Polizei, der seinen Job eiskalt und ohne Einschränkungen ausführt. Da sind die Rasur seines Kopfes oder das eigenständige Entfernen eines Schneidezahnes eher noch die harmloseren Dinge, es zählt nur, dass das was er tut seiner Tarnung und der Sache dient. Nur das alleine ist für Martin Schwartz wichtig, die Opfer die er dafür erbringen muss sind ihm dabei völlig egal. Sowieso seid er bei einer Kreuzfahrt seine Frau und seinen Sohn verloren hat. Dann bekommt Martin einen Anruf von einer Frau namens Gerlinde Dobkowitz. Sie befindet sich auf dem Kreuzfahrtschiff Sultan of the Seas, eben jenem Schiff, auf dem Schwartzs Frau und Sohn um Leben gekommen sind. Nie wieder wollte Martin etwas mit diesem Schiff zu tun haben, aber die Informationen die er von Gerlinde am Telefon erhält lassen ihn umgehend reagieren. Ein verschwunden geglaubtes Mädchen taucht nach Wochen wieder auf dem Schiff auf, verstört und verletzt und sie hat den Teddybär von Martins Sohn Thimmy im Arm. Der Undercover-Ermittler muss wohl eine Kreuzfahrt unternehmen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Passagier 23 von Sebastian Fitzek. Spiegel-Bestseller und von vielen Lesern und Fitzek-Fans hoch gelobt. Ich möchte mich jetzt nicht als solchen bezeichnen, finde aber doch einige Bücher des Autors sehr gelungen. Dieses hier gehört für mich eindeutig nicht dazu. Passagier 23 ist – typisch Fitzek - auf jeden Fall spannend geschrieben. Dem Autor gelingt es durch relativ kurze Kapitel, die meist mit einem Cliffhanger enden, die Spannung relativ hoch zu halten, was dazu führt, dass man als Leser das Buch zu Ende lesen möchte, sei es nur um zu wissen, wie es ausgeht. Als Handlungsort ein Kreuzfahrtschiff zu nehmen und als Thema das Verschwinden von Personen von eben solchen in einen Thriller zu packen finde ich faszinierend. Doch das wars dann auch irgendwie schon. Von den Charakteren fand ich keinen wirklich sympathisch, alle schienen mir oberflächlich beschrieben, teilweise wirken ihre Handlungen völlig unrealistisch und es waren mir einfach zu viele! Allgemein wirkt die ganze Geschichte für mich verwirrend und vor allem überzogen. So viele schreckliche Dinge und Menschen vereint auf einem einzigen Kreuzfahrtschiff scheint mir doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Das Ende – unterbrochen von Fitzeks Danksagung - war dann zwar für mich unerwartet, aber durch die Unterbrechung wirkte das Ganze irgendwie lahm. Alles in allem hat mich das Buch zwar ganz gut unterhalten, hat mich aber – wie so manch anderer Thriller des Autors – nicht gefesselt. Nette Grundidee , die Aufgrund des Handlungsortes relativ einzigartig ist und wohl in Erinnerung bleiben wird. Ob bei mir kann ich nicht sagen. Für Fitzek-Fans vermutlich ein Muss, für alle anderen kann ich nur bedingt eine Leseempfehlung aussprechen. 


Das Buch ist hier bestellbar: https://www.droemer-knaur.de/buch/Passagier+23.8418232.html


  • Verlag: Droemer Knaur (30.10.2014)
  • Hardcover, 432 Seiten
  • ISBN: 978-3-426-19919-0

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