Sonntag, 19. April 2015

Zwetschgendatschi-Komplott von Rita Falk



Der Rudi zieht ins Schlachthofviertel und staunt, als ihm eine riesige Krähe einen abgetrennten Frauenfinger zu Füßen legt. In ihrem sechsten Fall ermitteln der Eberhofer und der Rudi im Münchner Rotlichtmilieu – denn der Finger gehörte einer ermordeten Prostituierten. Während der Wiesn sterben weitere Frauen durch eine rätselhafte Mordwaffe …

Es ist Wiesn-Zeit in München und der Birkenberger Rudi wohnt seit neuestem im Schlachthofviertel. Und weil er da einen Mordsausblick hat, sitzt er ziemlich oft auf seinem neuen Balkon, der auch oft von vielen Krähen bevölkert wird. Eines Tages verliert eine dieser Krähen einen abgetrennten Finger direkt vor Rudis Füßen. Und wie der Rudi ebenso ist, findet er direkt auch die dazu gehörende Leiche in einem Abfallcontainer unweit der Birkenberg´schen Wohnung. Und so kommt es wie es kommen muss: Der Eberhofer Franz und der Birkenberger Rudi ermitteln wieder gemeinsam. Bald werden bei Bauarbeiten zwei weitere Frauenleichen gefunden, übel zugerichtet und wie schon die erste Leiche, trugen auch diese beiden ein Dirndl. Alle drei Frauen waren Asiatinnen und waren im Rotlichtmilieu tätig. Eins ist klar, der Mörder, kurzer Hand zum Wiesn-Mörder ernannt, muss geschnappt werden. Doch das ist gar nicht so einfach, denn der Franz wird bei den Ermittlungen immer wieder abgelenkt, denn zu Hause in Niederkaltenkirchen soll ein Luxushotel gebaut werden und was die Dorfbewohner in zwei Lager teilt Um für Ruhe zu sorgen, muss der Franz schon mal wieder mit der Dienstwaffe ins die Luft ballern, es nützt alles nix. Und dann ist da ja noch das Geheimnis um die Susi….

Das Warten hat sich mal wieder gelohnt. Eberhofer ist einfach Kult und Rita Falk erzählt wie immer höchst unterhaltsam und bayrisch deftig die Geschichte rund um den neuesten Fall, den der Franz zusammen mit seinem Spetzl, dem Birkenberger Rudi aufzuklären hat. Selbstverständlich trifft man auch wieder alle anderen liebgewordenen Protagonisten, wie z.B. die Oma, die als Liebesbeweis ihrem Franz gerne mal die Wange „schlenzt“, der Papa, dem Kiffen und die Beatles das Liebste sind und natürlich der Leopold und seine Familie, allen voran die kleine Uschi, die vom Franz liebevoll Sushi genannt wird und in die er ganz vernarrt ist. Es ist auf jeden Fall ratsam, die Vorgängerbände zu lesen, nicht nur, weil auch diese allesamt einfach klasse und unterhaltsam geschrieben sind, vor allem aber, um die Protagonisten richtig kennen zu lernen. Alles in allem wieder ein gelungenes Buch, vor allem, weil sich die Autorin immer auch mal wieder in die Story mit einbaut, dieses Mal führen die Ermittlungen z.B. in die Rita-Falk-Straße („wer immer dieses Weib auch ist“). Einfach herrlich! Trotz des ganzen Lobes habe ich auch ein kleines bisschen Kritik anzumerken. Mir war der Krimi an sich in dieser Folge einfach ein bisschen zu dünn und die Aufklärung des Falles kommt dann irgendwie zufällig. Ein klitzekleines bisschen schade. Dennoch hatte ich meinen Spaß beim Lesen, lautes Rauslachen inklusive, daher ist der 6. Teil der Reihe um Franz Eberhofer auf jeden Fall eine Empfehlung wert! Und noch ein Tipp: es lohnt sich, die Rezepte von der Oma, die immer am Ende des Buches zu finden sind, einmal nach zu kochen. Ein Traum sag ich da nur….
Und noch eine Anmerkung: wer nicht so gerne liest, sollte sich unbedingt die Hörbücher anhören, Christian Tramitz haucht den Protagonisten Leben und Persönlichkeit ein und vermittelt einfach eine humorige Atmosphäre!


Das Buch kann hier bestellt werden: http://www.dtv.de/buecher/zwetschgendatschikomplott_26044.html

Verlag: dtv premium (April 2015)
Taschenbuch, 272 Seiten
ISBN 978-3-423-26044-2

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