Samstag, 27. Juni 2015

Der fünfte Tag von Jake Woodhouse

Klappentext:
Amsterdam am Morgen des 2. Januar: Inspector Jaap Rykel wird zu einem morbiden Schauplatz gerufen: Aus dem Fenster eines Hauses in der Altstadt ragt die Leiche eines Mannes und baumelt über der Gracht. Schon bald ergibt sich eine Verbindung zu einem anderen Verbrechen: In Friesland wurde ein Haus abgefackelt, die Bewohner, ein altes Ehepaar, kamen ums Leben. Seltsam nur, dass in den verbrannten Ruinen des Hauses eine Puppe gefunden wurde, das Ehepaar aber keine Kinder hatte. Zeugenaussagen lassen darauf schließen, dass ein kleines Mädchen dem Feuer entkommen konnte. 

Inspector Rykel muss nicht nur einen Mörder suchen, sondern auch das Mädchen finden, das in größter Gefahr ist. Aber auch in den eigenen Reihen hat er mit Problemen zu kämpfen. Der junge Inspector Kees Terpstra hat ein Kokain-Problem. Seine Kollegin Sergeant Tanya van der Mark nimmt den Fall zu persönlich. Doch die drei Polizisten müssen sich konzentrieren, denn sie haben in ein Wespennest gestochen, und ihre Gegner sind clever, gut organisiert – und völlig skrupellos …

Da der Klappentext eigentlich schon alles Wissenswerte zusammenfasst, spare ich mir heute mal wieder meine eigene Zusammenfassung.

„Der fünfte Tag“ von Jake Woodhouse ist der erste Band einer Reihe rund um Inspektor Jaap Rykel und sein Debütroman. Schauplatz der Ermittlungen: Amsterdam. 
Woodhouse hat einen angenehmen und flüssig zu lesenden Schreibstil, was mir gut gefallen hat. Das war es dann aber auch schon. Es fehlte mir von Anfang an die Spannung, was sich leider wie ein roter Faden bis zum Schluss durchzog. Fundierte Thrillerleser können relativ schnell eins und eins zusammenzählen. Trotz dass der Autor versucht, mit kurzgehaltenen knappen Kapiteln das Ende noch heraus zu zögern, ist der Leser nach der „hochspannenden“ Auflösung des Falls nicht wirklich überrascht. Der Thriller ist überladen mit Klischees. Da haben wir z.B. den allseits bekannten kokainsüchtigen Kommissar, der sein Leben nicht in den Griff bekommt und zur Korruption neigt, oder, auch gerne genommen, die junge und hübsche Polizistin, die aufgrund einer schrecklichen Vergangenheit beziehungsunfähig scheint, aber trotz allem versucht, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Das alles ist einfach nichts Neues mehr. Außerdem konnte ich für keinen der Protagonisten so wirklich Sympathie aufbauen, keine ihrer Handlungen hat mich berührt oder verärgert, eher ließ ich ihr teils stümperhaftes und unrealistisches Handeln emotionslos über mich ergehen. Was mich auch gestört hat war, dass es zwar viele Leichen und auch eine Entführung gab, das Warum oder ein Hintergrund dazu wurde so wirklich nicht aufgeführt oder aufgelöst. Wirklich sehr schade! Als positiv anzumerken habe ich noch, dass sich der Leser, mit viel Fantasie, mit all den Grachten und kleinen Gassen ein ganz angenehmes Bild von Amsterdam machen kann. Nun ja…
Auch wenn der Verlag so heißt, ein Page-Turner war dieser Thriller leider nicht.  


Der Thriller kann hier bestellt werden:
http://www.randomhouse.de/Paperback/Der-fuenfte-Tag-Thriller/Jake-Woodhouse/e445600.rhd

Verlag: Page & Turner (20. April 2015)
Paperback, Klappenbroschur, 448 Seiten
ISBN: 978-3-442-20437-3

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