Mittwoch, 26. August 2015

Der Club der Traumtänzer von Andreas Izquierdo

Klappentext:
Gabor Schöning ist erfolgreich und sieht gut aus. Was das Leben ihm nicht gibt, das nimmt er sich, ohne Rücksicht auf Verluste. Doch eines Tages gerät seine Welt aus den Fugen. Ausgerechnet fünf Sonderschüler, denen Gabor Tango beibringen soll, machen ihm klar, was im Leben wirklich zählt…

Inhalt:
Gabor Schöning ist Unternehmensberater. Gut aussehend, erfolgreich, arrogant. Nach einer Firmenfeier verschwindet er mit der Frau des Chefs, die schon während der Fahrt im Auto kaum die Finger von ihm lassen kann. Mit folgenschweren Konsequenzen. Gabor fährt die Sonderschuldirektorin Kathrin an, eine dem Anschein nach nette ältere Dame. Doch die esoterisch angehauchte Direktorin hat es faustdick hinter den Ohren. Sie stellt Gabor vor eine Entscheidung. Wenn er fünf von ihren Schülern das Tanzen beibringt, sieht sie von einer Anzeige wegen Körperverletzung ab. Zähneknirschend willigt Gabor ein. Beim ersten Treffen hält sich die Begeisterung auf beiden Seiten deutlich in Grenzen. Die Kids halten Tanzen für „schwul“ und Gabor der bis zum Hals in Terminen steckt will nur widerwillig seine kostbare Zeit opfern. Je mehr Zeit Gabor Schöning mit seinen Schülern verbringt desto mehr offenbaren sich die persönlichen Schicksale der Kinder, die den Unternehmensberater direkt ins Herz treffen. Als dann noch eines seiner Tanzschüler schwer erkrankt, will Gabor nur eines, den Jungen retten, auch wenn dabei sogar seine Karriere auf dem Spiel steht.

„Der Club der Traumtänzer“ von Andreas Izquierdo ist ein Buch das ich nicht aus der Hand legen konnte, das wahrlich ans Herz geht ohne schnulzig zu sein und mich tief berührt hat. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, die Erzählweise locker, humorvoll aber auch tiefsinnig und ergreifend. Im Verlauf des Buches stellt der Autor nacheinander die einzelnen Charaktere und ihre Schicksale vor. Die pummelige Jennifer, deren Eltern nie Zeit haben und die mit Verboten das Leben ihrer Tochter so einschränken, dass sie zwar alles hat, aber nichts darf. Marvin, der Schläger der unter seinem gewalttätigen Vater und seinen vier Brüdern leidet und der aufgrund der Enge in ihrem Haus nie wirklich eine Privatsphäre hat und damit auch sein Innerstes verbergen muss. Die stille Lisa, die kaum spricht und die bei Pflegeeltern lebt und dort die Kinder und den Haushalt versorgen muss, weil beide trinken und nichts auf die Reihe kriegen. Vinnie, der mit seiner Mutter alleine lebt, der immer gut drauf ist, für alle den Clown spielt, aber doch ein Geheimnis hat, das ihn belastet. Und zu guter Letzt Felix, der seit dem Tod seiner Eltern bei den Großeltern lebt und dessen schwere Krankheit den bis dato arroganten, vom Leben und Erfolg verwöhnten Gabor an seine Grenzen bringt. 

„Der Club der Traumtänzer“ ist wirklich ein ganz besonderes Buch, es hat mich zum Lachen und zum Weinen gebracht. Es zeigt auf, dass es im Leben wichtigeres gibt als Geld und Karriere, nämlich innere Werte, Mitgefühl und Freundschaft. Ein Buch voller Musik und Leidenschaft, lebensbejahend, tiefgründig, humorvoll, bewegend sind nur einige Adjektive für diese Geschichte, die Andreas Izquierdo wirklich wunderbar gelungen ist und für die ich sehr sehr gerne eine absolute und wärmste Leseempfehlung ausspreche. 


Das Buch kann hier bestellt werden:
http://www.dumont-buchverlag.de/buch/Andreas_Izquierdo_Der_Club_der_Traumtaenzer/14470

Verlag: Dumont-Verlag (8. Oktober 2014)
Taschenbuch, 448 Seiten
ISBN: 9783832162634

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