Mittwoch, 27. Januar 2016

Vor ihren Augen von Mary Louise Kelly




Klappentext:
Das Leben meint es gut mit Caroline Cashion. Die 34-jährige Dozentin für französische Literatur ist hübsch, intelligent und beliebt. Doch dann wird bei einer Routineuntersuchung in ihrem Nacken eine Kugel entdeckt. Caroline ist fassungslos. Als sie ihre Eltern darauf anspricht, eröffnen diese ihr die ungeheuerliche Wahrheit: Caroline ist adoptiert. Ihre leiblichen Eltern wurden ermordet, Caroline selbst überlebte die Tat schwer verletzt. Den Mörder hat man nie gefasst – und die Kugel nie aus Carolines Körper entfernt. Nun ist sie das wichtigste Indiz, um den Täter zu überführen. Womit Caroline in tödlicher Gefahr schwebt ...

Zum Inhalt:
Caroline Cashion ist Dozentin für französische Literatur und liebt ihren Beruf und vor allem ihre Familie. Als stechende Schmerzen im Arm und im Handgelenk sie zum Arzt zwingen, wird bei einer CT-Untersuchung eine Kugel in ihrem Nacken entdeckt. Zuerst glaubt Caroline an eine Täuschung oder Verwechslung,  doch die Röntgenaufnahmen sprechen eine andere Sprache. In Carolines Nacken steckt eine Pistolenkugel. Als die fassungslose und geschockte Caroline ihre Eltern damit konfrontiert, brechen diese ihr jahrelanges Schweigen. Die junge Frau wurde von den Cashions adoptiert. Carolines leibliche Eltern wurden ermordet, erschossen in ihrem Haus, nur das kleine dreijährige Mädchen überlebte die Tat schwer verletzt. In der Annahme, die Kugel wurde entfernt, sahen die Cashions nie eine Notwendigkeit, Caroline von der Adoption zu erzählen. Der Mörder wurde nie gefunden, es gab keinerlei Hinweise oder Indizien, etwaige Verdächtige konnten allesamt ein Alibi aufweisen. Caroline Cashion beschließt, auch auf Anraten ihrer Ärzte, die Kugel, die nach so vielen Jahren beginnt in ihrem Körper zu wandern, entfernen zu lassen. Diese Kugel ist ein wichtiges Beweisstück und  weckt die Hoffnung, den Täter vielleicht nach all den Jahren doch noch fassen zu können. Carolines beschauliches Leben verändert sich auf einen Schlag und ihr wird bewusst, dass sie sich in tödlicher Gefahr befindet….

Der Thriller „Vor ihren Augen“ von Mary Louise Kelly hat sofort mein Interesse geweckt. Eine Pistolenkugel im Nacken und man hat keine Ahnung, wie diese um Himmels willen dahin gekommen ist. Was für eine ungeheuerliche und schockierende Nachricht muss das sein?!  Das Buch fängt an, wie es endet, nämlich sehr spannend. Zusammen mit der Protagonistin Caroline, aus deren Sicht auch erzählt wird, erfährt man Stück für Stück, was es mit der Kugel in Carolines Nacken auf sich hat und obwohl eigentlich nicht wirklich viel passiert, ist die Spannung förmlich greifbar und man fiebert dem Ende und der erlösenden Aufklärung entgegen. Dies scheint dann zwar vorhersehbar, ist schließlich aber doch völlig überraschend. Toll. Die Protagonistin Caroline Chasion wird als unabhängige zielstrebige aber eher introvertierte Frau dargestellt, die ihre Familie und ihren Beruf liebt, aber aufgrund der erschreckenden Neuigkeiten in ihrem Leben völlig über sich hinaus wächst. Es gibt auch eine kleine Love-Story, die nicht zu viel Raum einnimmt und daher nicht störend wirkt. 

„Vor ihren Augen“, ist ein wirklich sehr gut gelungener, eher stiller Debüt-Thriller (ich gehe davon aus, dass es ein Debüt ist, da ich keinerlei anderen Bücher der Autorin fand) ohne blutrünstige Szenen oder Gemetzel und doch ungeheuer spannend mit schönem Schreibstil. Ich werde die Autorin Mary Louise Kelly im Auge behalten und gebe hier sehr gerne eine uneingeschränkte  Leseempfehlung!

Das Buch kann hier bestellt werden:

Verlag: Goldmann (18. Januar 2016)
Taschenbuch, Broschur, 400 Seiten
ISBN: 978-3-442-48386-0

Donnerstag, 21. Januar 2016

Immer montags beste Freunde von Laura Schroff und Alex Tresniowski



Klappentext:

Eine Frau, die alles hat.
Ein Junge, dem alles fehlt.
Eine untrennbare Freundschaft.


Wie jeden Montag läuft Laura durch die Straßenschluchten von New York zur Arbeit. Sie hat keine Zeit, achtet kaum auf ihre Mitmenschen – auch nicht auf den kleinen Jungen, der sie um Kleingeld anbettelt. Sie ist schon an der nächsten Straßenecke, als sie plötzlich stehenbleibt – und umkehrt. Sie kauft dem hungrigen Maurice etwas zu essen und sie unterhalten sich. Von dem Tag an treffen sich Maurice und Laura jede Woche, immer montags. Im Laufe der Jahre verändert der kleine Junge ihr Leben - und sie seins.


Zum Inhalt:

Laura ist 35 ist Single, hat eine luxuriöse Wohnung und lebt mehr oder weniger für ihren Job als sie den Straßenjungen Maurice kennenlernt. Sein Leben ist das krasse Gegenteil. Er lebt mit seiner Familie in einem einzigen Zimmer, er hat selten genug zu essen, seine Mutter ist schwer drogensüchtig. Gewalt und Drogen prägen sein tägliches Leben. Der Junge ist auf sich gestellt und versucht sich, mit dem Erbetteln von Kleingeld über Wasser zu halten. Seine Zukunft scheint vorprogrammiert, ein Leben als Drogendealer, Krimineller, Obdachloser. Doch dann begegnet ihm Laura, die ihn an einem Montag ein Essen spendiert, die beiden wiederholen ihre Treffen immer montags und es wächst eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden heran, die nicht nur das Leben des jungen Maurice verändert, sondern auch Lauras Blickwinkel wird zu einem anderen.


„Das Buch „Immer montags beste Freunde“ von Laura Schroff hat beim Stöbern in einer Buchhandlung mein Interesse geweckt. Für ungewöhnliche Freundschaften und Geschichten konnte ich mich schon immer begeistern. Die Autorin erzählt in eher sachlichem Ton von dem Kennenlernen zwischen ihr und Maurice, wie sich aus den ersten Begegnungen und Treffen zum Essen eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt. Laura bietet dem Jungen ein Leben jenseits von seinem persönlichen Elend, er lernt ihre Familie kennen und genießt die Spielnachmittage mit deren Kinder. Vor allem war Maurice überwältigt von dem großen Esstisch, an dem die ganze Familie Platz findet, zusammen essen und reden und erzählen. Das hat den Jungen sehr beeindruckt und sein großes Ziel ist es, irgendwann auch so einen Tisch für seine Familie zu besitzen. Dieser Wunsch hat mich sehr berührt. Die Autorin erzählt aber nicht nur von ihrer Freundschaft zu dem jungen Maurice, der Leser erhält auch immer wieder Einblick in die Vergangenheit von Laura. Ihre Kindheit war zwar glücklich, jedoch geprägt von der Angst vor ihrem gewalttätigen Vater. Dieser konnte nüchtern herzensgut zu seinen Kindern und seiner Frau sein, hatte er getrunken, brach über die Familie die Hölle auf Erden herein.


Alles in allem war „Immer montags beste Freunde“ ein berührendes und ergreifendes Buch. Allerdings hatte es immer wieder seine Längen und mir haben irgendwie die Emotionen in der Erzählweise gefehlt. Alles wirkte irgendwie heruntergeleiert und mir war auch nicht immer klar, in welcher Zeit Laura Schroff gerade erzählt. Das war leider etwas verwirrend und hat den Lesefluss doch beeinträchtigt. Nichtsdestotrotz ein lesenswertes Buch über eine wunderbare Geschichte mit einem Happy End und einer ungewöhnlichen Freundschaft, die auch heute noch Bestand hat. 

Das Buch kann hier bestellt werden:
http://www.randomhouse.de/Paperback/Immer-montags-beste-Freunde/Laura-Schroff/Diana/e479445.rhd

Verlag: Diana (5. Oktober 2015)
Paperback, Klappenbroschur, 305 Seiten
ISBN: 978-3-453-29175-1


Sonntag, 17. Januar 2016

Jemand wird dafür bezahlen müssen von Benjamin Percy


Klappentext:

Der Krieg im Irak lässt die Männer aus der kleinen Stadt Tumalo in Oregon verschwinden – und mit den Männern die Väter, die ihre Söhne verlassen, um zu kämpfen. Zurück bleiben Söhne, deren Tapferkeit und Zuversicht schwinden, während sie zu Hause vor ihren Laptops sitzen und die Mails ihrer Väter von der Front wieder und wieder lesen. 

Viele der jungen Männer in Benjamin Percys atemberaubenden Geschichten stammen aus zerbrochenen Familien, finden keinen Halt in ihren Freundeskreisen und müssen das Undenkbare tun, um sich – und allen – zu beweisen, dass sie stark genug sind, um sich dem Schmerz dieser Welt zu stellen. Percy siedelt seine Erzählungen im ländlichen Oregon an, seine Helden kämpfen, jeder für sich. Ihre Gegner sind höchst unterschiedlich: ein verrückter Bär, ein Haus mit einem Keller, der sich in eine Höhle öffnet, ein Unfall, der den geliebten Menschen das Leben kostet, eine Fehlgeburt, die ein Paar sprachlos zurücklässt und einander entfremdet. Eines haben all ihre Kämpfe gemeinsam: Immer sind es die Narben, die ihre Geschichten erzählen, selbst wenn sie unsichtbar sind.

„Jemand wird dafür bezahlen müssen“ von Benjamin Pery ist für mich das erste Buch des Autors. Eigentlich bin ich nicht wirklich ein bekennender Fan von Kurzgeschichten, dennoch hat Percy es geschafft, mich mit den Geschichten, die alle in ländlichen Gebieten Oregons spielen, zu fesseln. Er erzählt atmosphärisch und lebensnah vom Leben einfacher Menschen am Fuße der Cascades. Es geht u.a. um ein Ehepaar, die sich durch eine Fehlgeburt entfremdet haben, eine gefährliche Bärenjagd oder aber um einen Mann, der selbst im Alter seine Vergangenheit nicht abschütteln kann und alten Zwängen folgt. Die Geschichten sind sehr düster und oft traurig, auch Blut spielt in den meisten von ihnen ebenfalls eine zentrale Rolle. 

Die beeindruckenden Kurzgeschichten von Benjamin Percy sind vielschichtig und so aussagekräftig wie so mancher Roman und lassen den Leser mehr als einmal nachdenklich zurück. Mich hat der Autor mit „Jemand wird dafür bezahlen müssen“ wirklich überzeugt und ich gebe hier gerne fünf Sterne und eine Leseempfehlung.


Das Buch kann hier bestellt werden:
https://www.randomhouse.de/Buch/Jemand-wird-dafuer-bezahlen-muessen/Benjamin-Percy/Luchterhand-Literaturverlag/e470465.rhd

Verlag: Luchterland (23. März 2015)
Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
ISBN: 978-3-630-87464-7


Montag, 11. Januar 2016

Das Glücksbüro von Andreas Izquierdo


Klappentext:
Albert Glück ist ein seltsamer Kauz. Er ist knapp über fünfzig, ein wenig trocken, penibel, und er arbeitet im Amt für Verwaltungsangelegenheiten. Formulare, Stempel, Dienstvorschriften sind seine Welt, in der er sich gut eingerichtet hat. Ganz wörtlich, denn Albert arbeitet nicht nur in dem Amt, er wohnt auch dort. Von allen unbemerkt hat er im Keller einen kleinen Raum bezogen und verbringt zufrieden seine Tage im immer gleichen Rhythmus. Doch eines Tages wird Alberts sorgsam eingehaltene Ordnung durcheinandergebracht. Auf seinem Schreibtisch landet ein Antrag, den es eigentlich gar nicht geben dürfte, denn er beantragt – nichts! Albert tut alles, um diesen unseligen Antrag loszuwerden, doch vergeblich: Immer wieder kehrt er auf seinen Schreibtisch zurück. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf den Weg zum Antragsteller zu machen. So trifft Albert auf Anna Sugus, eine ziemlich wilde Künstlerin, die Alberts Welt ganz schön auf den Kopf stellt …

Nachdem der Klappentext sehr ausführlich beschreibt, um was es in dem Buch „Das Glücksbüro“ von Andreas Izquierdo geht, spare ich mir meine persönliche Zusammenfassung, schließlich möchte ich hier auch nicht zu viel verraten.
 

Herzerwärmend erzählt der Autor die Geschichte von Albert Glück, dem liebenswürdigen, etwas schrulligen und vor allem einsamen Beamten. Doch bis er auf die Künstlerin Anna Sugus trifft, bemerkt Albert gar nicht, was für ein einsames Leben er doch führt. Es war mir eine Freude, Herrn Glück dabei zu begleiten, sein Leben nach 35 Jahren neu zu entdecken und mitzuerleben, wie sich sein trister Beamtenalltag in eine Zeit voller Freude und Glück verwandelt. Izquierdo bedient sich hier den üblichen Klischees über das deutsche Beamtentum und dessen Gepflogenheiten. Sehr amüsant und keinesfalls übertrieben.

In dem Buch „Das Glücksbüro“ verwandelt Andreas Izquierdo Worte in Magie und eine humorvolle kleine Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite in ein warmherziges, gefühlvolles und berührendes Erlebnis. Eine Geschichte, bei der es sich lohnt, zwischen den Zeilen zu lesen! Ein Buch das ich wärmstes empfehlen und nur jedem ans Herz legen kann. Einfach wunderbar!


Das Buch kann hier bestellt werden:
http://www.dumont-buchverlag.de/buch/Andreas_Izquierdo_Das_Gluecksbuero/12204

Verlag: Dumont Buchverlag (21. Februar 2013)
Taschenbuch, 272 Seiten
ISBN: 978-3-8321-6225-2

Samstag, 9. Januar 2016

Saeculum von Ursula Poznanski


Klappentext:
Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter - ohne Strom, ohne Handy -, normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra. Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein. Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit. Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald? 

Zum Inhalt:
Bastian ist Medizinstudent und auf dem besten Weg sich in Sandra zu verknallen, die total auf Mittelalter-Rollenspiele steht und kein Spektakel hierzu auslässt. Sie bittet ihn, sie und ihre Gruppe, die sich „Saeculum“ nennt, bei ihrem nächsten Live-Rollenspiel, eine sogenannte Convention, zu begleiten. Die Teilnehmer fahren zu einer ausgesuchten und nur dem Orga-Team bekannten Location, leben dort wie im 14. Jahrhundert, es darf nichts gegessen, getrunken oder bei sich getragen werden, was es in dieser Zeit noch nicht gab. Eine Herausforderung für Bastian, fängt es doch schon damit an, dass er seine Brille abgeben muss. Außerdem muss jeder Teilnehmer die gesamte Zeit über seine Rolle spielen und darf nicht davon abweichen. Um dem Spektakel den nötigen Kick zu verpassen wird die Sage rund um das ausgesuchte Waldstück zum Besten gegeben. Angeblich soll die Gegend verflucht sein. Bis auf Doro, die selbsternannte Hexe, nimmt diesen Fluch natürlich niemand wirklich ernst. Doch dann verschwinden Convention-Teilnehmer und immer mehr Prophezeiungen aus der Sage erfüllen sich. Aus dem scheinbar harmlosen Mittelalter-Rollenspiel wird tödlicher Ernst. Liegt tatsächlich ein uralter Fluch auf dem Wald oder treibt jemand ein perfides Spiel mit den Mittelalterfreaks?

„Saeculum“ von Ursula Poznanski.Wow! Was für ein Buch! Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Ebenso wie schon „Erebos“ habe ich die fast 500 Seiten förmlich verschlungen. Die Frau schreibt einfach genial, von Langeweile keine Spur, sie hat es perfekt geschafft, dem Buch und dessen Geschichte Leben einzuhauchen. Durch ihren realistischen und atmosphärischen Erzählstil war ich zusammen mit den Mittelalterfans auf dieser Convention, in diesem Waldstück. Ich habe den Wald und die dunkle Erde gerochen, den Regen gespürt und die Angst ist mir durch sämtliche Knochen gekrochen, der Wahnsinn! Das Buch lebt durch seine wunderbar und mit viel Fingerspitzengefühl herausgearbeiteten Charaktere, jeder einzelne von ihnen ist wertvoll und nur durch sie macht es den Ablauf des Rollenspiels und die Auflösung am Ende zu einer absolut runden Sache. Gut, das Ende mag man dann mögen oder nicht, so wirklich authentisch war es ehrlich gesagt nicht, aber es hat meine Begeisterung für das Buch auch nicht geschmälert. Besondere Erwähnung soll heute auch mal das Cover bekommen, denn das ist absolut gelungen und verspricht genau das, was zwischen den Buchdeckeln schlummert, ein perfekter Thriller!

Mit „Saeculum“ ist Ursula Poznanski wieder einmal ein perfekter Thriller gelungen. Atmosphärisch, hochspannend und schaurig schön. Was soll ich noch sagen? Ich bin begeistert und spreche hier meine absolute Leseempfehlung aus und das nicht nur für LARP- oder Mittelalterfans!


Das Buch kann hier bestellt werden: 
http://www.loewe-verlag.de/titel-0-0/saeculum-4308/

Verlag: Loewe Verlag (2011)
Klappenbroschur mit Prägung, 496 Seiten
ISBN: 978-3-7855-7028-9

Delete von Karl Olsberg




Klappentext:
Eine mörderische Wirklichkeit. Vier Studenten werden vermisst. Sie alle haben dasselbe Online-Computerspiel gespielt – und offenbar die reale Welt, in der sie leben, für eine Simulation gehalten. Während Hauptkommissar Eisenberg noch rätselt, ob überhaupt ein Verbrechen vorliegt, verschwindet eine weitere junge Frau spurlos. Gemeinsam mit seiner »Sonderermittlungsgruppe Internet« beginnt Eisenberg zu recherchieren. Hat ein Serienkiller fünf Menschen auf dem Gewissen? Oder ist das ganze bloß ein perfider Scherz? Doch bald gerät Eisenberg selbst in ein grausames Spiel mit der Realität…

Zum Inhalt: 
Hauptkommissar Eisenberg wechselt seinen Dienstsitz aus mehr oder weniger persönlichen Gründen von Hamburg nach Berlin. Dort wird ihm die Leitung der „Sonderermittlungsgruppe Internet“ zugetragen. Ein Gebiet, mit dem sich der Kommissar bis jetzt eher weniger beschäftigt hat. Er hofft, dass durch die Fähigkeiten seines Teams die Drahtzieher aus seinem alten Fall in Hamburg doch noch ergriffen werden können. Doch dann entdeckt sein Mitarbeiter vier Vermisstenfälle, alle vier sind Studenten und haben das gleiche Online-Computerspiel gespielt. Vermutlich haben sie die das RL, also das Real Life, das reale Leben für eine Simulation gehalten. Was hat die Studenten dazu gebracht, so zu denken? Eisenberg ist noch nicht davon überzeugt, dass es sich hier um ein Verbrechen handelt, bis die junge Frau, die einen der Vermisstenfälle zur Anzeige gebracht hat, selbst spurlos verschwindet. Ist hier ein perfider Killer am Werk, oder ist die Realität in der wir glauben zu leben, doch eine ganz andere?

„Delete“ von Karl Olsberg spielt im Word Wide Web, genauer gesagt geht es um ein Online-Rollenspiel und um die Frage, ob die Welt in der wir leben überhaupt noch real ist oder nicht. Ähnlich wie in der Matrix-Reihe von den Wachowski-Geschwistern. Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Durch die permanente Spannung, einen guten Schreibstil und perfekter Recherche schafft es Olsberg hervorragend den Leser in regelrechte Glaubenskonflikte zu stürzen. Wahnvorstellung oder Wirklichkeit? Ist die Welt in der wir leben wirklich real? Oder hängt unser aller Leben wirklich am Draht und alles ist simuliert? Eine beängstigende Vorstellung. Mit dem Hauptcharakter Kommissar Adam Eisenberg, ein Mann, der für und durch seinen Beruf lebt, hat der Autor eine starke Persönlichkeit geschaffen, der die skurrile Sonderermittlungsgruppe aus Nerds, Egoisten, Psychologen und einem mit Aspberger-Syndrom wunderbar ausgleicht und mit seiner Stärke erst zu einem Team macht. Gut gefallen hat mir, dass sich auch der Autor in seinem Buch eine Rolle als Schriftsteller gegeben hat. 

„Delete“ von Karl Olsberg ist ein spannungsgeladener und nachdenklich machender Thriller auf hohen Niveau, der einem auch dann noch beschäftigt, nachdem man die letzte Seite gelesen hat. Absolut empfehlenswert!


Das Buch kann hier bestellt werden:
http://www.berlinverlag.de/buecher/delete-isbn-978-3-8333-0939-7

Verlag: Berlin Verlag (15. Oktober 2013)
Taschenbuch, 464 Seiten
ISBN: 978-3-8333-0939-7