Sonntag, 17. Januar 2016

Jemand wird dafür bezahlen müssen von Benjamin Percy


Klappentext:

Der Krieg im Irak lässt die Männer aus der kleinen Stadt Tumalo in Oregon verschwinden – und mit den Männern die Väter, die ihre Söhne verlassen, um zu kämpfen. Zurück bleiben Söhne, deren Tapferkeit und Zuversicht schwinden, während sie zu Hause vor ihren Laptops sitzen und die Mails ihrer Väter von der Front wieder und wieder lesen. 

Viele der jungen Männer in Benjamin Percys atemberaubenden Geschichten stammen aus zerbrochenen Familien, finden keinen Halt in ihren Freundeskreisen und müssen das Undenkbare tun, um sich – und allen – zu beweisen, dass sie stark genug sind, um sich dem Schmerz dieser Welt zu stellen. Percy siedelt seine Erzählungen im ländlichen Oregon an, seine Helden kämpfen, jeder für sich. Ihre Gegner sind höchst unterschiedlich: ein verrückter Bär, ein Haus mit einem Keller, der sich in eine Höhle öffnet, ein Unfall, der den geliebten Menschen das Leben kostet, eine Fehlgeburt, die ein Paar sprachlos zurücklässt und einander entfremdet. Eines haben all ihre Kämpfe gemeinsam: Immer sind es die Narben, die ihre Geschichten erzählen, selbst wenn sie unsichtbar sind.

„Jemand wird dafür bezahlen müssen“ von Benjamin Pery ist für mich das erste Buch des Autors. Eigentlich bin ich nicht wirklich ein bekennender Fan von Kurzgeschichten, dennoch hat Percy es geschafft, mich mit den Geschichten, die alle in ländlichen Gebieten Oregons spielen, zu fesseln. Er erzählt atmosphärisch und lebensnah vom Leben einfacher Menschen am Fuße der Cascades. Es geht u.a. um ein Ehepaar, die sich durch eine Fehlgeburt entfremdet haben, eine gefährliche Bärenjagd oder aber um einen Mann, der selbst im Alter seine Vergangenheit nicht abschütteln kann und alten Zwängen folgt. Die Geschichten sind sehr düster und oft traurig, auch Blut spielt in den meisten von ihnen ebenfalls eine zentrale Rolle. 

Die beeindruckenden Kurzgeschichten von Benjamin Percy sind vielschichtig und so aussagekräftig wie so mancher Roman und lassen den Leser mehr als einmal nachdenklich zurück. Mich hat der Autor mit „Jemand wird dafür bezahlen müssen“ wirklich überzeugt und ich gebe hier gerne fünf Sterne und eine Leseempfehlung.


Das Buch kann hier bestellt werden:
https://www.randomhouse.de/Buch/Jemand-wird-dafuer-bezahlen-muessen/Benjamin-Percy/Luchterhand-Literaturverlag/e470465.rhd

Verlag: Luchterland (23. März 2015)
Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
ISBN: 978-3-630-87464-7


1 Kommentar:

  1. Hallöchen,

    diese Geschichten klingen interessant. Von dem Autor habe ich bisher noch nichts gelesen.

    liebe verschneite Grüße
    Barbara!

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