Dienstag, 20. September 2016

Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek von David Whitehouse


Zum Inhalt:
Der zwölfjährige Bobby Nusku hat es nicht leicht in seinem Leben. Er lebt mit seinem zeitweise gewalttätigen und  trunksüchtigen Vater und dessen Lebensgefährtin zusammen, die sich mehr schlecht als recht um ihn kümmern. Seit Bobbys Mutter eines Tages plötzlich verschwunden ist, wartet der Junge jeden Tag sehnsüchtig auf ihre Rückkehr. In der Schule wird Bobby gemobbt, weswegen sich sein bester Freund Sunny in einen Cyborg verwandeln will, damit er seinen Freund Bobby besser beschützen kann. Nun, das Unterfangen geht mächtig schief und Bobby Nusku muss nun mehr oder weniger alleine zurechtkommen. Auf einer seiner Streifzüge durch das Dorf trifft Bobby auf Rosa, ein Mädchen, das anders ist als alle, die er bisher kennengelernt hat und er macht Bekanntschaft mit Rosas bezaubernder  und liebenswürdiger Mutter Val. Die drei werden zu dicken Freunden, was von einigen aus dem Dorf verpönt und falsch verstanden wird. Als Val dann noch erfährt, dass die mobile Bücherei, die sie einmal die Woche putzt, eingestellt werden soll und sie somit ihren Job verliert, schnappt sie sich kurzer Hand Bobby, Rosa und den Hund Bert und die vier flüchten mit dem Bücherbus auf eine verrückte Reise durch England…

Das Buch „Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek“ von David Whitehouse hat mich durch sein fröhlich buntes Cover wie auch durch den Klappentext angesprochen. Auch wenn ich ein bekennender Fan der Genres „Krimi und Thriller“ bin, so brauche ich zwischendurch immer einmal wieder ein Buch, das mich auf andere Gedanken bring und sich locker leicht weg liest. So bin ich davon ausgegangen, dass ich ein Buch in den Händen halte, in dem es um einen fröhlichen Road-Trip geht, doch dem ist nicht ganz so, denn Whitehouse erzählt eine tragische, tiefgründige aber auch etwas verrückte Geschichte die zu Herzen geht und trotzdem wunderschön ist. Ungewöhnlich ist, dass die Geschichte mit dem Ende beginnt, was im ersten Moment etwas für Verwirrung meinerseits gesorgt hat. Dann aber hat mich die Story, die hauptsächlich aus der Sicht des Jungen Bobby erzählt wird, Seite für Seite in ihren Bann gezogen, mich gefesselt und bis zur letzten Seite nicht mehr los gelassen. Die Protagonisten sind mir alle sehr ans Herz gewachsen. Der  Autor hat warmherzige Charaktere mit Tiefgang erschaffen, die vielleicht alle ein bisschen schräg, aber jeder auf seine Weise einzigartig sind. Bücher spielen in diesem Roman ebenfalls eine zentrale Rolle, diese sind Seelentröster, Geschichtenerzähler und Fährtenleger und leisten Hilfestellung in allen Situationen, die die Reisenden während ihrer Flucht erleben. David Whitehouse hat einen wunderschönen Schreibstil, er spielt mit den Worten und lässt zauberhafte Bilder und Szenarien vor dem geistigen Auge seiner Leser emporsteigen. Am liebsten wäre ich ebenfalls eingestiegen in den Bus, zu seinen Büchern und den Menschen die die Reise in der gestohlenen Bibliothek zu etwas ganz Besonderem machen.

"Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek" ist  eine liebevolle und warmherzige Geschichte über Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt. Ohne dabei ins Kitschige zu verfallen ist sie sehr berührend und wunderschön. David Whitehouse versteht es, seine Leser mit Worten zu verzaubern. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und die Reise mit dem Bücherbus und seinen Insassen sehr genossen und war traurig, als die letzte Seite gelesen war. Von mir gibt es hier eine absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung.

Das Buch kann hier bestellt werden:
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Die-Reise-mit-der-gestohlenen-Bibliothek/David-Whitehouse/Heyne/e468048.rhd

Verlag: Heyne (12. September 2016)
Taschenbuch, 320 Seiten
ISBN: 978-3-453-41884-4

Kommentare:

  1. Das hört sich ja so richtig gut an. Schöne Rezension.

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  2. Das Cover und der Titel von diesem Buch haben mich gerade magisch angezogen und so musste ich mir deine Rezension einfach mal näher anschauen. Momentan gibt es ja irgendwie unendlich viele Roadtrip- Geschichten, was ich fast schon ein bisschen nervig finde. Aber diese hier klingt anders, vor allem natürlich wegen des Bücherbusses- da schlägt mein Herz gleich höher!
    Danke für so eine schöne Rezension :)

    Alles Liebe,
    Sophie
    www.buchstabenmagie.blogspot.de

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