Donnerstag, 5. Januar 2017

Niemandsmädchen von Eva-Maria Silber


 Nicht ganz so überzeugender Krimi

Ostfriesland: Eine Frau bringt in einem Krankenhaus ein Baby zur Welt und flüchtet kurz darauf mit dem Neugeborenen und ist wie vom Erdboden verschwunden. 


Zeitgleich bahnt sich in der Region eine Katastrophe an, drei Erdgaskavernen drohen zu kollabieren, die Bevölkerung im Umkreis der Gefahrenstellen muss evakuiert werden. In diesem ganzen Chaos ist die Kriminalkommissarin Hannah Adams zusammen mit der jungen Staatsanwältin Leyla Zapatka auf der Suche nach der verschwundenen Frau und vor allem nach dem Neugeborenen auf sich gestellt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn das Leben des Babys steht auf dem Spiel…


„Niemandsmädchen“ von Eva-Maria Silber ist mein erstes Buch der Autorin. Das bedrückende Thema, welches darin behandelt wird, es geht um eine Frau, die ihr Neugeborenes nicht als ihr Kind erkennt und versucht, es los zu werden, hat mich mehr als neugierig gemacht. Leider konnte der Krimi meinen Erwartungen nicht so wirklich standhalten, auch wenn es mit einem vielversprechenden Prolog beginnt. 


Mir fehlten die Hintergründe zum Verhalten der Kindsmutter, zwar kommt Einiges aus ihrem Leben ans Tageslicht, doch hätte ich mir mehr Details, vor allem aus der Vergangenheit der Frau gewünscht. Die Kriminalkommissarin Adams war einfach nur furchtbar unsympathisch, unglaubwürdig in ihrem Handeln und vor allem in ihrer Ausdrucksweise und ihrem Verhalten. Mich hat sie irgendwann einfach nur genervt und die sich verbessernde Beziehung zu der verhuschten Staatsanwältin konnte das auch nicht wieder gut machen. 

Die in die Story eingebundene Katastrophe rund um die Kavernen war zwar wirklich interessant zu lesen, denn ehrlich gesagt hatte ich zuvor nie von einer Gaskaverne gehört, einen Bezug zum Kriminalfall ist allerdings nicht gegeben. Es wirkt so, als hätte die Autorin dieses Szenario nur als Lückenfüller genutzt, um die Story an sich spannender und verzwickter zu gestalten. Das ist leider nur bedingt gelungen. 

Das letzte Drittel wartet dann doch noch mit einer Portion Spannung und Dramatik auf und hat mich für den Rest des Buches etwas entschädigt.


„Niemandsmädchen“ hätte ein wirklich fesselndes und spannungsreiches Buch sein können, denn das Thema „Niemandskinder“ ist interessant und tragisch zu gleich. Es geht um Babys die von den Müttern bestenfalls in Babyklappen zurückgelassen werden, schlimmstenfalls gebären die Frauen die Kinder unbemerkt, töten oder entsorgen die Neugeborenen dann aber umgehend nach deren Geburt. 

Leider hat Eva-Maria Silber dieses Thema in einen eher oberflächlichen, nur mäßig spannenden und mit unsympathischen Protagonisten überladenen Kriminalroman gepackt. Es gab sie aber, die spannenden, dramatischen und interessanten Passagen, die mich dann doch etwas versöhnlich stimmten. Ich hätte mir viel mehr davon gewünscht. Ich kann leider keine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen.




Buchtitel: Niemandsmädchen

Verlag: Midnight
Erscheinungsdatum Erstausgabe: 14.10.2016
E-Buch Text 217 Seiten

Sprache: Deutsch

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