Samstag, 11. April 2015

28 Tage von David Safier

Warschau 1943: Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage. .
28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.
28 Tage, um eine Legende zu werden.
Das Warschauer Ghetto 1942/1943: hier lebt die 16-jährige Jüdin Mira zusammen mit ihrer Mutter und ihrer 12-jährigen Schwester Hannah. Seit dem Selbstmord ihres Vaters  ist Mira für die Versorgung der kleinen Familie zuständig. Die Mutter lebt nur noch in ihrer eigenen Welt, ist depressiv und apathisch. Ihr Bruder Simon hat sich der Judenpolizei angeschlossen und kümmert sich nicht mehr um Mutter und Schwestern. Mira schmuggelt Lebensmittel und  begibt sich dadurch täglich in Lebensgefahr. Dennoch gibt es trotz all dem Leid und all der Verzweiflung im Ghetto auch schöne Momente für Mira. z.B. die wenige kostbare Zeit, die sie mit ihrem Freund Daniel verbringt, bei dem sie auch mal schwach sein darf. Doch bald ordnen die Deutschen die Räumung des Ghettos und den Abtransport aller Juden an. Mira schließt sich den Widerstandskämpfern an und der Kampf ums Überleben beginnt.
Das war mein erstes Buch von David Safier. Die vorherigen Romane waren eher nicht mein Genre. Aber mit „28 Tage lang“ hat Safier etwas Neues gewagt und das ist ihm meiner Meinung nach hervorragend gelungen. Der Roman beinhaltet eine gute Mischung aus wahrer erschütternder Zeigeschichte und Fiktion. Safier bedient sich einem angenehmen flüssigen Schreibstil und fesselt den Leser nicht nur damit von der ersten Seite an, sondern er schafft es auch, das unvorstellbare Leid und die Angst die das Leben der Menschen im Ghetto tagtäglich begleitet hat, emotional an den Leser weiter zu transportieren. Doch zeigt er auch auf, dass dieses Leben nicht nur aus Leiden und Angst bestand, sondern dass sich die Menschen auch an Kleinigkeiten erfreuen konnten.  Bedrückend und Herzerwärmend!
Der Leser erlebt das Ghetto und die dortigen Geschehnisse zusammen mit der Hauptprotagonistin Mira. Man lebt, fühlt und leidet mit ihr.Was möchtest Du für ein Mensch sein? Diese Frage stellt sich Mira in diesen 28 Tagen des Überlebens immer wieder. In meinen Augen ist Mira eine Heldin, ein Mädchen das sich um andere sorgt und kümmert, unabhängig davon, ob sie diese Fürsorge zurückbekommt. Die Menschheit könnte mehr solcher Helden gebrauchen, damals, wie heute. Sehr gut gemacht Herr Safier! Von mir eine hundertprozentige Leseempfehlung.
  • Verlag: Kindler (14.3.2014)
  • Hardcover, 416 Seiten
  • ISBN 978-3-463-40640-4


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