Samstag, 11. April 2015

Herbstjagd von Wolfgang Kaes

Bei Männern hat Martina noch nie das große Los gezogen. Umso glücklicher und dankbarer ist die allein erziehende Mutter, als sie Mario kennen lernt – im Internet. Mario ist charmant und aufmerksam. Ein Traummann. Doch mit der Zeit fordert er von ihr als Gegenleistung bizarre Liebesbeweise. Mehr und mehr verwandelt sich Martinas Zuneigung in panische Angst. Als sie die Beziehung schließlich abbricht, wird ihr Leben zur Hölle. Da verschwindet plötzlich ihre Tochter... Kommissar Morian und seine Kollegin Antonia Dix jagen einen wahnsinnigen Stalker. Ein Wettlauf mit der Zeit. Morian muss wissen, wie der Stalker denkt und fühlt. Also tritt er selbst eine Reise ins Herz der Finsternis an.
Martina Hahne meldet ihre Tochter Jasmin bei der Polizei als vermisst und auch von Familie Wagner geht eine Vermisstenmeldung ein, ihre Tochter Anna ist spurlos verschwunden. Für die  Beamten zuerst zwei routinemäßige Vermisstenfälle, doch sie werden relativ schnell eines Besseren belehrt. In ihrem Briefkasten findet  Familie Wagner ein Gedicht und ein Foto von Anna, aufgenommen in den Siegauen. Das Ermittlerteam Josef Morian und Antonia Dix findet Anna dort, gefesselt und völlig unter Schock stehend. An das, was mit ihr passiert ist, erinnert sie sich nicht. Kurze Zeit später wird auch Jasmin gefunden, ebenfalls in den Siegauen, ebenfalls gefesselt, aber tot. Klar ist, es handelt sich hier um den gleichen Täter, doch welches Motiv steckt dahinter? Schon bald bricht die verzweifelte Mutter Martina Hahne ihr Schweigen und erzählt Antonia Dix ihre Leidensgeschichte, wie sie im Internet den falschen Mann kennenlernte,  ein Traummann, der aber schon bald ihr Leben in die Hölle verwandelt. Martina Hahne glaubt, dass er der Mörder ihrer Tochter ist. Morian und Dix jagen also einen Stalker, aber gibt es weitere Opfer? In welcher Beziehung steht der Stalker zu Anna Wagner? Die Zeit drängt, wollen die Ermittler einen weiteren Mord verhindern…
Mein erstes Buch von Wolfgang Kaes und ich bin wirklich beeindruckt. Kaes erzählt in einzelnen Erzählsträngen, die zuerst den Anschein erwecken, sie haben nichts miteinander zu tun, eine dicht gewebte Story.  Nein, eigentlich erzählt Kaes nicht wirklich, beinah liest sich das Buch wie eine Polizeireportage, packend und erschreckend real.  Sein Schreibstil ist klar, ohne allzu viel schmückendes Beiwerk. Viele  und überraschende neue Wendungen  und die Einblicke in das Leben des Stalkers halten den Spannungsbogen permanent hoch.  Die Story ist lebensnah und die Figuren und Charaktere glaubwürdig. Die geschilderte Frustration der Beamten bei ihren Ermittlungen lässt die Kripoarbeit glaubwürdiger erscheinen als in manch anderen Kriminalromanen. Das Ende hat Kaes meines Erachtens perfekt gewählt und lässt den Leser nicht nur nachdenklich sondern auch sprach- und fassungslos zurück. Ein sehr gut gemachter regionaler Krimi der mir volle 5 Sterne wert ist und meine absolute Leseempfehlung hat!
  • Verlag: rororo (01.09.2006)
  • Taschenbuch, 512 Seiten
  • ISBN 978-3-499-24183-3

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen