Samstag, 11. April 2015

Unschuldslamm von Judith Arendt

Ruth Holländer kann sich nicht beklagen: Die Scheidung ist durch, der Sohn aus dem Haus, und die 16-jährige Tochter pubertiert fast nicht mehr. Auch Ruths französisches Bistro läuft erfreulich gut. Aber dann kommt ein Bescheid vom Amtsgericht: Zu ihrem Entsetzen wird Ruth zur Schöffin berufen. Sie muss in einem Mordfall beisitzen. Schon bald hegt sie Zweifel an der Schuld des Hauptangeklagten: Hat der junge Mann wirklich seine Schwester getötet? Ruth beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Und schon nach den ersten Fragen im Umfeld des vermeintlichen Mörders wird ihr klar, dass sie mitten im gefährlichsten Abenteuer ihres Lebens gelandet ist ..
Ruth Holländer ist geschieden und lebt mit ihrer 16jährigen Tochter in Berlin. Der Sohn studiert und geht seine eigenen Wege. Ruth hat ein kleines französisches Bistro in Berlin und geht in ihrem Job total auf. Langweilig wird es ihr nicht, denn das Bistro läuft gut und ihre Tage sind erfüllt mit Arbeit. Dann wird sie eines Tages urplötzlich und völlig unerwartet zur Schöffin berufen. Ruth findet, dass ihr das gerade noch gefehlt hat und ist anfangs überhaupt nicht begeistert von ihrem Dienst für die Bundesrepublik. Doch ihr erster Fall weckt schnell ihre Aufmerksamkeit. Es geht um einen sogenannten Ehrenmord. Eine junge Kurdin , die das gleiche Gymnasium besuchte wie ihre Tochter Annika, wurde ermordet und allem Anschein nach soll ihr Bruder die Tat begangen haben. Der Fall beschäftigt und bedrückt Ruth, doch sie hat Zweifel an der Schuld des Bruders  und schon bald ist Ruth von ihrer neuen Aufgabe völlig vereinnahmt…
Judith Arendt hat sich in ihrem Debüt-Roman „Unschuldslamm“  eines brisanten und leider immer noch aktuellen Themas angenommen und in eine packende Story eingebunden. In diesem Krimi geht es einmal nicht um die üblichen Ermittlungen und Polizeiarbeit. Vielmehr bekommt der Leser Einblick in die Tätigkeiten und Aufgaben eines Laienrichters und nimmt an einem Beweisaufnahmeverfahren teil. Ferner erhält der Leser vorurteilsfreie Informationen über die türkische-kurdische Kultur und darüber, dass unsere ausländischen Mitbürger zwar oft in Deutschland voll integriert sind und doch fernab in der Heimat noch an Pflichten und Traditionen gebunden sind.  Die Protagonisten sind allesamt authentisch dargestellt, Ruth Holländer sehr sympathisch  und liebenswert mit menschlichen Schwächen und einem gesunden Rechtsempfinden.  Sehr guter flüssiger Schreibstil und eine spannende Story, ganz ohne Action, Blut und Serienkiller.  Ein schöner deutscher Krimi der mich hoffnungsvoll auf weitere Fälle mit Ruth Holländer warten lässt. Absolute Leseempfehlung.
Das Buch ist hier bestellbar:
  • Verlag: Ullstein Buchverlage (04.01.2014)
  • Broschur, 320 Seiten
  • ISBN-13 9783548285641

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