Donnerstag, 4. April 2019

Die Alpen sehen und sterben von Isabella Archan

Ein Alpenkrimi und doch ganz anders – spannend und witzig 

Maria Konstanze Schlager, eine junge Frau, die irgendwie anders ist als andere, macht Urlaub im malerischen Kufstein. Wenn sie nachts nicht schlafen kann, dann streift „Mitzi“ gerne durch die menschenleeren Gassen. In dieser Nacht wird sie Zeugin eines eiskalten Mordes. Sie sieht den Mörder und dieser sieht Mitzi. Was der jungen Frau zuerst Angst macht, übt bald eine anziehende und zugleich erschreckende Faszination auf sie aus. Inspektorin Agnes Kirschnagel hofft auf eine detaillierte Zeugenaussage, doch je öfter sie mit Mitzi redet, desto mehr zweifelt Agnes daran, ob sie der naiven Frau trauen kann. Denn diese ist fasziniert von dem Mörder und kommt ihm immer näher…



„Die Alpen sehen und sterben“ ist mein erstes Buch von Isabella Archan. Sie ist jedoch nicht nur durch ihre Bücher bekannt, die österreichische Autorin ist auch immer wieder in diversen Rollen in Film und Fernsehen zu bewundern. Ihr neustes Buch ist ein Regionalkrimi, vielmehr ein Alpenkrimi, der doch ganz anders daherkommt als man es vielleicht erwartet. Humorvoll, spannend aber auch mit Tiefgang und ernstem Unterton, eine Mischung, die mir sehr gut gefallen hat.

Isabella Archan hat hier einen Krimi geschrieben, den man nicht so recht zuordnen kann, der in keine eindeutige Schublade passt und genau das macht ihn für mich besonders. Es ist kein „Who-done-it“, eher eine Mischung aus Regional- und Alpenkrimi und doch irgendwie ganz anders. Eine Geschichte, in der eine schräge junge Frau einem Mörder nahekommt, mit ihm interagiert und von diesem geheimnisvollen Mann gleichzeitig abgeschreckt und fasziniert ist. Eine Story in der Gut und Böse irgendwann verschwimmen, weil ein Killer Gefühle zeigt, Fehler macht und seine Taten in Frage stellt. Das skurrile Szenario spielt sich zudem vor kitschigem Alpenpanorama ab und ist gespickt mit schwarzem Humor und echter Spannung.

Der Charakter der „MörderMitzi“ ist einzigartig. Eine schräge, aufgedrehte, redselige junge Frau, deren Verhalten aber auch einem ernsten Hintergrund geschuldet ist. Ich konnte sie nicht nur einmal förmlich laut, atemlos und ohne Punkt und Komma reden hören. Neben Mitzi ist da aber auch noch der Killer, ein geheimnisvoller Mann, dem ich trotz seines tödlichen Jobs Sympathie entgegenbringen konnte, die junge Inspektorin Agnes und der an einer dissoziativen Identitätsstörung leidende Kommissar a.D. Heinz Baldur. Jeder für sich ist eine ganz besondere, imponierende Persönlichkeit.


„Die Alpen sehen und sterben“ ist ein kurioser Regionalkrimi und für mich ein absoluter Pageturner. Humorvoll ohne lächerlich zu sein, Alpenkrimi-Flair ohne Kitsch, ausreichend Spannung, hoher Unterhaltungswert und einzigartige Protagonisten. Isabella Archan hat einen rundherum gelungenen Krimi geschrieben, den ich nur jedem ans Herz legen kann.


Autorin: Isabella Archan

Verlag: Emons Verlag
Erscheinungsdatum:21.03.2019
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:352 Seiten

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