Sonntag, 29. Januar 2017

Ich breche Dich von L.C. Frey


Zum Inhalt:
Jan Chernik ist Schriftsteller und dem Alkohol nicht abgeneigt, was erneut zu einem Streit mit seiner Freundin führt, die daraufhin die gemeinsame Wohnung verlässt. Außerdem hat Chernik seltsame und durchaus beunruhigende Visionen, die ihn verstören und verunsichern. Dann kommt die Nachricht, dass seine Freundin Katrina durch einen Unfall, bei dem alles für Selbstmord spricht, ums Leben. Jan ist mit den Nerven am Ende, verfolgt aber doch die Umstände ihres Todes, findet Hinweise und stößt auf eine Mordserie des sogenannten „Rosenmörders“ die vor zwanzig Jahren mit dessen Ermordung ihr Ende fand. Doch beunruhigende Vorkommnisse und Parallelen zu damals lassen Hauptkommissar Walter Sauer das Schlimmste befürchten. Wurde vor 20 Jahren der Falsche ermordet, oder hat der Rosenkiller einen grausamen Nachahmer? Hauptkommissar Sauer und Jan Chernik begeben sich auf Spurensuche, kehren an den Schauplatz der Grausamkeiten zurück und müssen sich einem gnadenloses Spiel auf Leben und Tod stellen…

„Ich breche Dich“ ist der neue Thriller von L.C. Frey und meine Erwartungen an diesen waren sehr hoch. Doch der Autor hat mich nicht enttäuscht und bei mir mit einem spannenden und gut durchdachten Plot gepunktet. Schon beim Prolog hat man den unbändigen Wunsch, das Buch in einem Rutsch durchzulesen, was nicht zuletzt auch dem rasanten und bildhaften Schreibstil geschuldet ist. L.C. Frey fordert seine Leser mit einer hochspannenden und komplexen Story und lockt diese mit immer wieder neuen Wendungen und rätselhaften Zusammenhängen permanent auf falsche Fährten. Zusammen mit den Protagonisten taucht man hinab in die dunklen Tiefen menschlicher Abgründe. Jan Chernik als Charakter finde ich gut gelungen. Ein Mann mit Stärken und Schwächen, der für mich in seinen Handlungen und Taten immer nachvollziehbar und vor allem menschlich und lebensnah wirkte. Das Ende hat dann all meine Vermutungen und Spekulationen über den Haufen geworfen, schockierend und erschreckend aber unheimlich gut durchdacht und gelöst. Einige Fragen hat der Autor allerdings offen gelassen, was mich zuerst enttäuscht zurückgelassen hat, was aber genauer betrachtet Platz lässt für eigene Mutmaßungen und Gedanken.

An den Thriller „Ich breche Dich“ von L.C. Frey bin ich mit hohen Erwartungen herangegangen, die zu meiner absoluten Zufriedenheit erfüllt wurden. Hochspannend, abwechslungsreich, atmosphärisch und gut durchdacht, diese Adjektive machen das Buch zu einem absoluten Pageturner. Auch wenn „Ich breche Dich“ der zweite Teil einer Reihe ist, kann es problemlos eigenständig und ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Ein Thriller der nachwirkt, Platz für eigene Gedanken und Vermutungen lässt und definitiv eine absolute Leseempfehlung verdient hat.

Das Buch oder ebook kann hier bestellt werden:
Ich breche Dich von L.C. Frey

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (12. Januar 2017)
Taschenbuch: 344 Seiten
ISBN-13: 978-1542500005

Samstag, 28. Januar 2017

Auf Schritt und Tritt: Der Feind lauert überall von Marc Pain

Zum Inhalt:
Tom ist geschieden und Schriftsteller mit akuter Schreibblockade. Er lebt in seinem Haus am Waldrand mehr oder weniger das Leben eines Einsiedlers. Eines Tages weckt eine Haftnotiz an der Kaffeemaschine seine Aufmerksamkeit. „Jemand ist hier und beobachtet Dich“. Was Tom zuerst für einen dummen Scherz von seiner Haushaltshilfe hält, entpuppt sich bald als ernst zunehmende Bedrohung. Immer mehr solcher Notizen tauchen auf und Tom schwankt zwischen Unglauben, Angst und Paranoia. Doch dann findet er Spuren eines Einbruchs in seinem Keller und wird letztlich sogar von einer vermummten Person in seiner Garage angegriffen und verletzt. Tom ist klar, dass er in Gefahr schwebt, er niemandem mehr trauen kann und einen eigenen Weg finden muss, aus diesem Albtraum zu entkommen…

„Auf Schritt und Tritt“ von Marc Pain startet mit einem Prolog der mich sofort neugierig auf den Rest des Buches gemacht hat und somit den perfekten Einstieg in einen spannenden Thriller bietet. Anfangs passiert noch nicht viel, was sich schlagartig ändert, als Hauptprotagonist Tom die erste bedrohliche Haftnotiz an seiner Kaffeemaschine findet. Dann überschlagen sich mehr oder weniger die Ereignisse. Marc Pain ist es gelungen, diverse Theorien, die ich mir zusammen gereimt hatte, immer wieder aufs Neue zu zerschlagen. Unvorhersehbare Wendungen und neue Tatverdächtige werden in Szene gesetzt, wodurch die Story stetig spannend bleibt und den Leser unter Strom setzt. Ich war mir während des Lesens oft nicht sicher, ob ich Tom nun sympathisch finde und bemitleiden soll oder er mich eher abstößt und ihm alles recht geschieht, was ihm widerfährt. Ich muss gestehen, ich zweifle immer noch! Manche seiner Handlungen sind einfach zum Haare raufen und für mich auch etwas zu überzogen und vielleicht auch ein kleines bisschen unrealistisch. Aber dann gibt es wieder Situationen, in denen er absolut rational oder liebenswert agiert. Nichtsdestotrotz, der Täter wird enttarnt  und mir d-stellte sich die Frage: Was kommt denn jetzt noch?“ Und dann überrascht der Autor mit einem für mich doch unerwarteten Ende! Klasse!

„Auf Schritt und Tritt“ von Marc Pain ist ein spannender und modern geschriebener Thriller, der den Leser mit unerwarteten und überraschenden Wendungen und einem interessanten Plot bei Laune hält. Zwar gab es für mich einige unrealistische und überzogene Situationen, wichtig an einem Buch ist jedoch vordergründig nicht die Realität sondern der Unterhaltungswert und unterhalten habe ich mich definitiv gefühlt. Ein wirklich gelungener und ideenreicher Thriller des Selfpublishers Marc Pain. Weiter so! 

Das Buch kann hier bestellt werden:
Auf Schritt und Tritt: Der Feind lauert überall - Marc Pain

Verlag: Independently published (15. Dezember 2016)
Taschenbuch: 383 Seiten
ISBN-13: 978-1520153872

Mittwoch, 25. Januar 2017

Das Haus in der Nebelgasse von Susanne Goga

Zum Inhalt:
London 1900: Die junge Lehrerin Matilda Gray unterrichtet an einer angesehenen Mädchenschule. Ihre Eltern leben nicht mehr und ihr Bruder Harry kämpft im Krieg gegen die Buren. Matilda führt daher ein unabhängiges und für die damalige Zeit recht modernes Leben. Auch im Unterricht versucht sie, ihre Schülerinnen zu eigenständigem Denken und Handeln zu animieren, was nicht immer gern gesehen wird. Dann macht die Schülerin Laura der jungen Lehrerin ein brisantes Geständnis und erscheint danach nicht mehr zum Unterricht. Über die Rektorin erfährt Matilda, dass sich Laura mit ihrem Vormund auf einer längeren Reise im Ausland befindet. Doch Matilda ist skeptisch und glaubt, dass Laura die Reise womöglich unfreiwillig angetreten hat, ja vielleicht sogar in Gefahr schwebt. Diese Vermutung wird bestätigt, als Laura ihr eine Postkarte mit einer verschlüsselten Botschaft und einer gut versteckten und kaum lesbaren Anweisung schickt. Matilda versucht mit Hilfe des Historik-Professors Stephen Fleming die geheime Botschaft zu entziffern, die die Lehrerin schließlich zu einem jahrhundertealten Geheimnis und in die dunkelsten Winkel Londons führt. Denn nur wenn es Matilda Grey und Stephen Fleming gelingt das Rätsel zu lösen, kann auch Laura geholfen werden…

„Das Haus in der Nebelgasse“ von Susanne Goga hat mich aufgrund der Kurzbeschreibung neugierig gemacht. Außerdem habe ich lange kein historisches Buch mehr gelesen, entsprechend groß war meine Vorfreude. Ich wurde grundsätzlich nicht enttäuscht. Susanne Goga hat einen gut recherchierten historischen Roman geschrieben, der durchaus mit dem einen oder anderen Spannungsmoment aufwarten kann. Hauptthema sind Matilda Greys Bemühungen ein Rätsel um eine geheime Botschaft zu entschlüsseln, die ihr ihre Lieblingsschülerin Laura auf einer Postkarte hat zukommen lassen. Matilda vermutet, dass Laura sich in Gefahr befindet oder zumindest unfreiwillig der Schule fernbleibt. Da Matilda zwar den nötigen Mut beweist und sich diesem Abenteuer auch durchaus gewachsen fühlt, merkt sie bald, dass sie alleine nicht weiterkommt und bei dem notwendigen historischen Hintergrundwissen an ihre Grenzen stößt. Aus diesem Grund nimmt sie die Hilfe des Historikers Stephen Fleming in Anspruch. Die beiden nehmen den Leser nun mit auf eine interessante, historische und durchaus auch spannende Reise durch das historische London. Auch etwas fürs Herz darf nicht zu kurz kommen, und so ist es fast unumgänglich, dass zwischen Fleming und der jungen Lehrerin zarte und romantische Gefühle wachsen, die unabhängig von der damaligen Etikette noch auf eine harte Probe gestellt werden. Susanne Goga hat in diesem Buch ein echtes Händchen für die Charaktere bewiesen. Nicht nur die unabhängige, starke und auch ein bisschen starrköpfige Matilda, oder der sanfte und gebildete Stephen Fleming waren mir äußerst sympathisch, auch mit Mrs. Westlake, Schriftstellerin und Vermieterin der jungen Lehrerin, ist der Autorin ein ausdrucksstarker und liebenswerter Charakter gelungen, der sich sehr bereichernd auf die Story und das Buch auswirkt. 

„Das Haus in der Nebelgasse“ von Susanne Goga ist ein unterhaltsamer und atmosphärischer Roman um eine rätselhafte Botschaft und ein Familiengeheimnis. Eine Story, die u.a. von den vielen, gut recherchierten Details zur historischen Geschichte Londons und von ihren tollen Charakteren lebt. Manchmal verliert sich die Autorin etwas, wodurch für meinen Begriff kleinere langatmigere Passagen entstanden sind. Nichts desto trotz, ein lesenswertes und durchaus auch spannendes Buch, passend zur kalten Jahreszeit.

Das Buch kann hier bestellt werden:

Verlag: Diana (9. Januar 2017)
Taschenbuch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-453-35885-0



Mittwoch, 18. Januar 2017

Game on - Die verrückte Welt des Darts von Elmar Paulke

Zum Inhalt:
Darts ist mittlerweile auch in Deutschland auf dem Vormarsch und erfreut sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit. An diesem Erfolg ist sicherlich auch der Autor dieses Buches beteiligt, Elmar Paulke, die Stimme und das Gesicht des Darts-Sports. Was das Werfen von Pfeilen auf eine Scheibe so interessant macht, warum Darts-Tuniere oft einem großen Volksfest gleichen, dies und allerhand kuriose und informative Anekdoten, Geschichten und Hintergrundinformationen kann man in diesem Buch „Game on – Die verrückte Welt des Darts“ nachlesen.

Seit 2012 verfolge ich intensiv die Randsportart Darts. Meine erste Konfrontation mit diesem Sport war eine TV-Übertragung, die mein  Mann zufällig beim Zappen eingeschalten hatte. Alles an mir ging auf Abwehr, ich wollte einfach keine dicken und schwitzenden Männer sehen, die Pfeile auf eine Scheibe werfen. Doch irgendwie blieben wir hängen, weil das, was die da taten wirklich interessant anzusehen war und mich die Präzision, die die Spieler an den Tag legen absolut beeindruckt hat. Dazu faszinierte mich das johlende und singende Publikum im Hintergrund, eigentlich undenkbar für eine Sportart, bei der Konzentration und mentale Stärke das Wichtigste sind. Seitdem bin ich angefixt und verpasse kein Turnier, welches im TV übertragen wird. Nicht ganz unschuldig an dieser Leidenschaft ist auch der Sport-Kommentator und Autor dieses Buches, Elmar Paulke. Seine Kenntnisse über diese Sportart und deren Spieler sind enorm und wirklich interessant. In „Game on – Die verrückte Welt des Darts“ lässt uns Paulke an seinem Wissen teilhaben, erzählt davon, wie es dazu kam, dass er Kommentator für diesen Sport wurde. Er berichtet von seinen Treffen mit den Spielern, sowohl bei den Turnieren als auch privat und von allerhand interessanten und kuriosen Geschichten rund um diesen Sport. Den Leser erwartet keine trockene und langweilige Lektüre, denn Elmar Paulke ist es gelungen, ein kurzweiliges, amüsantes und wirklich informatives Sachbuch zu schreiben.

„Game on – Die verrückte Welt des Darts“ von Elmar Paulke ist nicht nur für Darts-Neulinge oder Einsteiger interessant, auch für alt eingesessene Darts-Fans ist dieses Buch wirklich lesenswert. Auch wenn die Hardcore-Fans, die diese Sportart auch abseits des Darts-WM-Hypes verfolgen, viele der Informationen aus diesem Buch schon kennen, so gibt es trotzdem immer noch viel Insiderwissen und einen amüsanten und unterhaltsamen Blick Hinter die Kulissen. Mir hat es definitiv gefallen und mich bestens unterhalten. Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen, sich eine TV-Übertragung eines Darts-Turniers anzuschauen, es wird euch faszinieren, nicht nur, weil Elmar Paulke wirklich gut kommentiert, sondern auch, weil Euch diese Sportart in ihren Bann ziehen wird. Hab ich jetzt Werbung für das Buch oder den Sport an sich gemacht? Ich hoffe beides und Elmar, ich hoffe Du verstehst mich :-) Game on!

Das Buch kann hier bestellt werden:
https://www.amazon.de/Game-Die-verr%C3%BCckte-Welt-Darts/dp/3841904807/ref=cm_cr_arp_d_product_top?ie=UTF8

Verlag: Edel Germany; Auflage: 1 (16. November 2016)
Taschenbuch: 208 Seiten
ISBN-13: 978-3841904805

Montag, 16. Januar 2017

Hool von Philipp Winkler


Zum Inhalt:
Heiko Kolbe arbeitet im Fitness-Studio seines Onkels, ein zwiespältiger Laden mit allerlei seltsamen Gestalten. Im Hinterzimmer des Gym wechseln nicht selten diverse Drogen ihre Besitzer. Heiko hat das Abi „geschmissen“, ist Sohn eines Alkoholikers und einer Mutter, die schon lange ihre Familie verlassen hat. Er haust bei einem ehemaligen Ex-Knacki, der sich mit illegalen Hundekämpfen und dubiosen Geschäften über Wasser hält. Leben heißt für Heiko aber etwas ganz anderes, sein Leben beginnt, wenn er sich mit seiner „Familie“ den Jungs von den Hannover Hools bei sogenannten Matches die Seele aus dem Leib prügeln kann. Beim Kampf, Mann gegen Mann.  Erst dann fließt Energie durch seinen Körper, erst dann fühlt er sich geborgen und gebraucht. Doch dann beginnt seine kleine für ihn scheinbare heile Welt auseinander zu brechen….

„Hool“ von Philipp Winkler ist keine leichte Kost, wer mit roher Gewalt, Brutalität und derber Sprache nicht gut umgehen kann, sollte gleich die Finger von diesem Buch lassen. Der Einstieg beginnt brutal, die Hannover Hools haben eine Verabredung zu einem Match, irgendwo in einem wenig frequentierten Waldstück. Es fliegen Fäuste, es spritzt Blut, es splittern Zähne. Übrig bleibt Genugtuung, Befriedigung und Schwerelosigkeit, Gefühle die die Schmerzen ausschalten und die die siegreiche Gruppe, allen voran Heiko Kolbe, in absolute Hochstimmung versetzen. Solche Schlägereien sind Heikos Lebensinhalt. Meine ersten Reaktionen waren Verstörung, Ablehnung, Ekel und absolutes Unverständnis. Doch Winkler durchleuchtet das Leben und die Vergangenheit des Protagonisten Heiko Kolbe Schritt für Schritt, Seite um Seite und als Leser beginnt man ansatzweise zu verstehen, warum Heiko ist wie er ist und es kommt durchaus die Vermutung auf, dass tief in ihm eine verwundbare und verletzliche Seele steckt. Nach außen ist er der harte, verrohte Macker, der sein Leben einfach so hinnimmt, weil im alles egal zu sein scheint und dem nur eines wichtig ist, die Jungs, seine selbst gewählte Familie und sicherlich auch Fußball und der Verein Hannover 96 in weitestem Sinne. Doch dann verändert sich Heikos Welt, denn verschiedene einschneidende Ereignisse führen dazu, dass zwei seiner besten Kumpels aussteigen, ein normales Leben führen wollen. Heiko kann mit den Veränderungen und dem Verlust der Kumpels nicht umgehen, alles löst sich in Luft auf, alles wofür es sich zu leben gelohnt hat.

Philipp Winkler hat mit „Hool“ einen herausragenden, schonungslosen Roman geschrieben, ein Buch, das den Leser von seinem weichen kuschligen Sofa direkt in die harte Realität befördert. Es hat mich, zugegeben, nicht gleich von der ersten Seite weg gefesselt. Ich musste mich an den Schreibstil und die derbe Sprache erst gewöhnen, obwohl ich diesbezüglich überhaupt nicht zimperlich bin. Wenn man sich aber darauf einlässt, erkennt man die Botschaft, findet die leisen, unter die Haut gehenden Töne. „Hool“ ist voller Gewalt, Brutalität und irgendwie auch Hoffnungs- und Trostlosigkeit. „Hool“ ist schockierend und verstörend und doch auch auf seine Art sehr berührend. Ein Roman der nachwirkt, nachdenklich macht und hinterfragt werden möchte. Definitiv gibt es von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

Das Buch kann hier bestellt werden:
http://www.aufbau-verlag.de/index.php/hool.html

Verlag: Aufbau-Verlag (19. September 2016)
Gebundenes Buch, 310 Seiten
ISBN: 978-3-351-03645-4 

Freitag, 13. Januar 2017

Belgravia von Julian Fellowes

Zum Inhalt:
An einem Juniabend im Jahr 1815 ruft die Herzogin von Richmond zu ihrem berühmten und glamourösen Ball, welcher viele Gäste aus den Kreisen der Reichen und Adligen Brüssels anzieht. Zu diesem Ereignis sind auch die Geschäftsleute Trenchard mit ihrer hübschen Tochter Sophia geladen. Die Familie ist durch die Geschäfte mit der Armee zum großen Geld gekommen. Was niemand ahnt, Sophia und der junge Adlige Edmund Bellasis, Erbe einer der prominentesten Familien des Landes, sind einander mehr als zugetan. Doch dann ereilt die illustre Gesellschaft kurz nach Mitternacht die Nachricht, dass Napoleon die Grenze überschritten hat. Es folgt die berühmte große Schlacht von Waterloo, bei der Edmund Bellasis auf dem Schlachtfeld getötet wird. Er hinterlässt der jungen Sophia jedoch ein kleines Andenken, ein dunkles Geheimnis, welches die Familien der beiden Liebenden auch 25 Jahre später noch verfolgt und nicht zur Ruhe kommen lässt…

In seinem Roman „Belgravia“ entführt der Autor Julian Fellowes seine Leser in die Zeit des 19. Jahrhunderts und in die Welt der englischen Aristokratie. Mit einem angenehmen und wunderbaren Schreibstil erzählt Fellowes die Geschichte über ein nicht standesgemäßes Kind und dessen Familien, die aufgrund dieses Skandals verpflichtet sind, miteinander zu verkehren und das so wichtige Stillschweigen zu bewahren. Eine Story voller Intrigen und festgefahrenem Standesdenken, voller Eifersucht aber auch voller Liebe, Hoffnung und Zuversicht. Der Autor hat mit viel Liebe zum Detail absolut authentische Charaktere erschaffen, die von der intriganten Dienerschaft, über die strenge und doch warmherzige adlige Lady bis hin zum romantischen Liebespaar alle Klischees aus dieser Zeit erfüllen. Das ist durchaus nicht abwertend gemeint, denn auch wenn in diesem Buch die große Spannung und reißerische Action fehlt, „Belgravia“ kann durch atmosphärische Szenarien und einen stimmungsvollen Erzählstil punkten und bietet somit absolut hochwertige Unterhaltung.

Ein kurzweiliger und großartiger Roman aus der Zeit des 19. Jahrhunderts und eine gelungene und bewegende Familiengeschichte. Fans von Downton Abbey kommen hier absolut auf ihre Kosten, doch auch allen denjenigen, die neugierig auf „Belgravia“ geworden sind, kann ich beste Leseunterhaltung versprechen. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung mit Hofknicks.

Das Buch kann hier bestellt werden:
https://www.randomhouse.de/Buch/Belgravia/Julian-Fellowes/C.-Bertelsmann/e507780.rhd

Verlag: C. Bertelsmann (14. November 2016)
Hardcover, 448 Seiten
ISBN: 978-3-570-10324-1

Sonntag, 8. Januar 2017

Minus 18 Grad von Stefan Ahnhem

Zum Inhalt:
An der schwedischen Westküste rast ein Auto nach einer wilden Verfolgungsjagd vor Augenzeugen in das Hafenbecken von Helsingborg. Für die Polizei ist klar, dass es sich um einen tragischen Unfall, eventuell unter Alkoholeinfluss, handelt. Doch bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Fahrer schon mehr als zwei Monate nicht mehr am Leben war, als das Auto ins Wasser stürzte. Doch von der Polizei befragte Zeugen behaupten, den Mann noch eine Woche zuvor gesehen zu haben. Wie ist das möglich? Kommissar Fabian Risk und seine Kollegen untersuchen den mysteriösen Todesfall. Es gibt weitere Tote, die Opfer sind allesamt vermögend und haben einen hohen Bekanntheitsgrad in der Stadt. Risk und sein Team verfolgen eine heiße Spur…Währenddessen untersucht die dänische Streifenpolizistin Dunja Hourgaard, mehr oder weniger auf eigene Faust, eine Serie von Mordanschlägen auf Obdachlose. Filme über diese Taten erscheinen kurze Zeit darauf im Internet, doch der jungen Frau wird auf ihrer Suche nach den Mördern nicht nur ein Stein in den Weg gelegt…

Mit dem Kriminalroman „Minus 18 Grad“ von Stefan Ahnhem wagte ich mich wieder einmal in die Welt der skandinavischen Krimis, die eigentlich eher nicht mein Terrain sind. Doch Ahnhem ist es gelungen mich ab der ersten Seite zu faszinieren und zu fesseln. Tiefgründig, vielschichtig und temporeich lässt der Autor den Leser an den Ermittlungen teilnehmen. Man begleitet zum einen Fabian Risk und sein Team, das fieberhaft versucht, den Mörder in der Millionärsszene aufzuspüren. Verschiedene Irrwege und unvorhergesehene Wendungen lassen dem Leser kaum Luft zum Atmen. Zum anderen verfolgt man gebannt, wie die zur Streifenpolizistin degradierte Dunja Hourgaard, trotz der Manipulation durch ihren früheren Vorgesetzten, den Fall von Happy Slapping aufzulösen versucht. Hierbei handelt es sich in der Regel um einen körperlicher Angriff, auf unbekannte Personen, die über die Veröffentlichung von mitgefilmtem Material erniedrigt werden sollen. Im Fall von Hourgaard sind die Opfer Obdachlose, die solange grausam misshandelt werden bis der Tod eintritt. Vor allem die Kaltblütigkeit, die die Grausamkeit der Tat noch unterstreicht, hat mich wirklich geschockt. Umso schlimmer, dass Happy Slapping tatsächlich auch im realen Leben immer öfter vorkommt. Obwohl die beiden Mordserien in Schweden sowie in Dänemark nicht zusammenhängen, gibt es durchaus gewisse Berührungspunkte, die ich aber hier nicht vorweg nehmen möchte. Grundsätzlich mag ich es in Kriminalromanen oder Thrillern nicht sehr gerne, wenn das Privatleben der Ermittler zu sehr im Vordergrund steht. Hier allerdings ist das Privatleben der Protagonisten wirklich spannend und interessant, denn es fließt alles perfekt ineinander und wirkt dadurch auch nicht störend. Überhaupt hat Stefan Ahnhem seine Protagonisten gut gewählt, Charaktere und Typen mit Ecken und Kanten, menschlich, lebensnah authentisch. 

„Minus 18 Grad“ von Stefan Ahnhem war mein erstes Buch des Autors und obwohl es der dritte Teil einer Reihe war, hatte ich keine Probleme der Handlung zu folgen und bin der Meinung, dass man es problemlos auch ohne Vorkenntnisse lesen kann. Ich bin wirklich begeistert, endlich mal wieder ein skandinavischer Kriminalroman, der mich wirklich überzeugt hat. Spannend, voller Tempo abwechslungsreich und mit hohem Unterhaltungswert, ein echter Pageturner. Der Cliffhanger am Ende lässt erahnen, dass es bald schon den 4. Fall für Fabian Risk geben wird. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

Das Buch kann hier bestellt werden:
http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/minus-18-grad-ein-fabian-risk-krimi-3-9783471351246.html

Verlag: List/ Ullstein Buchverlage (2. Januar 2017)
Hardcover, Klappenbroschur, 560 Seiten
ISBN-13 9783471351246

Freitag, 6. Januar 2017

Fantasywoche 2017 - Eine Veranstaltung auf Facebook


Die Fantasywoche auf Facebook steht bevor. Die Online-Veranstaltung findet vom 6. bis 12. Februar 2017 statt und wird sicherlich allen Fantasy-Fans die Herzen höher schlagen lassen. Bestimmt kommen hier auch Fantasy-Neulinge auf ihre Kosten, lasst Euch einfach überraschen. Ich bin ja auch nicht gerade eine Fantasy-Expertin, doch manchmal lasse ich mich gerne in fremde Welten entführen und bin deshalb total aufgeregt und neugierig.

Was erwartet uns? 

Buchvorstellungen
Autorenlesungen
Gewinnspiele 
jede Menge Spaß uuuuund
am Ende der Woche jede Menge neue Bücher auf unserer Wunschliste :-)

Die Schirmherrinnen der Fantasywoche 2017, Emily Thomsen und Christin Burger eröffnen die Fantasywoche 2017. Vielen Dank schon mal an alle, die diese Veranstaltung möglich machen!

Hier gehts zur Veranstaltung:

Donnerstag, 5. Januar 2017

Niemandsmädchen von Eva-Maria Silber



 Zum Inhalt:
Ostfriesland: Eine Frau bringt in einem Krankenhaus ein Baby zur Welt und flüchtet kurz darauf mit dem Neugeborenen und ist wie vom Erdboden verschwunden. Zeitgleich bahnt sich in der Region eine Katastrophe an, drei Erdgaskavernen drohen zu kollabieren, die Bevölkerung im Umkreis der Gefahrenstellen muss evakuiert werden. In diesem ganzen Chaos ist die Kriminalkommissarin Hannah Adams zusammen mit der jungen Staatsanwältin Leyla Zapatka auf der Suche nach der verschwundenen Frau und vor allem nach dem Neugeborenen auf sich gestellt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn das Leben des Babys steht auf dem Spiel…

„Niemandsmädchen“ von Eva-Maria Silber ist mein erstes Buch der Autorin. Das bedrückende Thema, welches darin behandelt wird, es geht um eine Frau, die ihr Neugeborenes nicht als ihr Kind erkennt und versucht, es los zu werden, hat mich mehr als neugierig gemacht und doch konnte der Krimi meinen Erwartungen nicht so wirklich standhalten auch wenn es mit einem vielversprechenden Prolog beginnt. Mir fehlten die Hintergründe zum Verhalten der Kindsmutter, zwar kommt Einiges aus ihrem Leben ans Tageslicht, doch hätte ich mir mehr Details, vor allem aus der Vergangenheit der Frau gewünscht. Die Kriminalkommisssarin Adams war einfach nur furchtbar unsympathisch, unglaubwürdig in ihrem Handeln und vor allem in ihrer Ausdrucksweise und ihrem Verhalten. Mich hat sie irgendwann einfach nur genervt und die sich verbessernde Beziehung zu der verhuschten Staatsanwältin konnte das auch nichtwieder gut machen. Die in die Story eingebundene Katastrophe rund um die Kavernen war zwar wirklich interessant zu lesen, denn ehrlich gesagt hatte ich zuvor nie von einer Gaskaverne gehört, einen Bezug zum Kriminalfall ist allerdings nicht gegeben. Es wirkt so, als hätte die Autorin dieses Szenario nur als Lückenfüller genutzt, um die Story an sich spannender und verzwickter zu gestalten. Das ist leider nur bedingt gelungen. Das letzte Drittel wartet dann doch noch mit einer Portion Spannung und Dramatik auf und hat mich für den Rest des Buches etwas entschädigt.

„Niemandsmädchen“ hätte ein wirklich fesselndes und spannungsreiches Buch sein können, denn das Thema „Niemandskinder“ ist interessant und tragisch zu gleich. Es geht um Babys die von den Müttern bestenfalls in Babyklappen zurückgelassen werden, schlimmstenfalls gebären die Frauen die Kinder unbemerkt, töten oder entsorgen die Neugeborenen dann aber umgehend nach deren Geburt. Leider hat Eva-Maria Silber dieses Thema in einen eher oberflächlichen, nur mäßig spannenden und mit unsympathischen Protagonisten überladenen Kriminalroman gepackt. Es gab sie aber, die spannenden, dramatischen und interessanten Passagen, die mich dann doch etwas versöhnlich stimmten. Ich hätte mir viel mehr davon gewünscht. Ich kann leider keine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen.

Das Buch kann hier bestellt werden:
http://www.ullsteinbuchverlage.de/index.php?id=122&tx_kesearch_pi1[sword]=niemandsm%C3%A4dchen&x=0&y=0&tx_kesearch_pi1[page]=1&tx_kesearch_pi1[resetFilters]=0&tx_kesearch_pi1[sortByField]=&tx_kesearch_pi1[sortByDir]=

Verlag: Ullstein-Buchverlage, Midnight (14. Oktober 2016)
ePub, 200 Seiten
ISBN: 9783958190900

Sonntag, 1. Januar 2017

Saving Grace - Bis Dein Tod und scheidet von B.A. Paris

Zum Inhalt:
Die junge und bildhübsche Grace ist erfolgreich in ihrem Job als Einkäuferin bei Harrods. Dennoch ist die junge Frau Single was daran liegt, dass sich Grace aufopferungsvoll um ihre kleine Schwester Millie kümmert, die am Down-Syndrom leidet. Dieses innige Geschwisterverhältnis hat bis jetzt alle zukünftigen Lebenspartner abgeschreckt. Doch dann tritt der gutaussehende, charmante und renommierte Anwalt Jack Angel in Grace‘ Leben  und hüllt die junge Frau in ein Meer aus rosaroten Wolken. Jack trägt Grace auf Händen, liest ihr jeden Wunsch von den Lippen ab und das Wichtigste, er akzeptiert Millie, will das Mädchen sogar nach zu sich und Grace holen. Die beiden heiraten, alles scheint perfekt zu sein. Doch dann zeigt Jack ganz schnell  sein wahres Gesicht und Grace´Leben wird zum Albtraum aus dem es kein Entrinnen gibt…

„Saving Grace – Bis Dein Tod uns scheidet“ ist ein Psychothriller und das Debüt der Autorin B.A. Paris. Fast von der ersten Seite an hat mich das Buch gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen, weshalb ich es auch zügig durchgelesen hatte. Anfangs bedient sich Paris gängigen Klischees. Man lernt Grace und Jack kennen, sie, die bildhübsche erfolgreiche Single-Frau trifft auf den charmanten, attraktiven und renommierten Anwalt, sie verlieben sich und heiraten, treffen ihre ebenso attraktiven und erfolgreichen Freunde und leben glücklich und zufrieden bis das der Tod sie scheidet. Doch in diesem Thriller hört das traumhafte Leben für Grace nach der Hochzeit auf und ein wahrer Albtraum beginnt. Denn ihr fürsorglicher Ehemann Jack ist ein Psychopath und das Leben der jungen Frau liegt völlig in seinen Händen, sie ist seine Gefangene und jeder Fehler wird empfindlich bestraft. Nach außen spielen die beiden das perfekte, verliebte und absolut harmonische Ehepaar. Die Autorin veranschaulicht das Drama in zwei Handlungssträngen und Zeitstufen.  Die Protagonistin Grace erzählt ihren wahr gewordenen Albtraum  in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen, B.A. Paris schafft eine unvergleichliche, düstere und beklemmende Atmosphäre und hält den Spannungsbogen permanent auf einem hohen Level. Man kommt nicht umhin, das Leid der jungen Frau förmlich am eigenen Leib und in der eigenen Seele zu spüren. Man stellt sich unmittelbar die Frage, was würde ich in solch einer Situation tun? Wie würde ich damit umgehen? Würde jemand wie Jack es schaffen, mich zu brechen? Ein bisschen erinnert mich das Buch an den Film mit Julia Roberts „Der Feind in meinem Bett“. Ob es für Grace auch ein Happy End gibt, werde ich an dieser Stelle aber nicht verraten.

„Saving Grace – Bis Dein Tod und scheidet“ ist ein wahrhaft gelungenes und absolut packendes Thriller-Debüt! Beklemmend, fesselnd und absolut spannend sind nur einige Attribute, die dieses Buch zu einer dramatischen und außergewöhnlichen Lektüre machen. Die Autorin B.A. Paris werde ich definitiv im Auge behalten. Für ihr Debüt kann ich nichts anderes als eine absolute Leseempfehlung aussprechen.

Das Buch kann hier bestellt werden:
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Saving-Grace.-Bis-dein-Tod-uns-scheidet/B.A.-Paris/Blanvalet-Taschenbuch/e480050.rhd

Verlag: Blanvalet (21.November 2016)
Taschenbuch, Klappenbroschur 348 Seiten
ISBN: 978-3-7341-0263-9