Sonntag, 12. Februar 2017

Dort unten stirbst Du von Moe Teratos

Nichts für schwache Nerven und Zartbesaitete!

Jana Heinkamp arbeitet zusammen mit ihrer Schwester Polly in der elterlichen Konditorei. Die beiden Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein. Jana ist pummelig, tollpatschig und frustriert und fühlt sich zudem von ihren Eltern immer mehr zurückgesetzt. Polly hingegen ist der Schwarm aller Männer, verlobt mit dem gut aussehenden Björn und Papas Liebling. Doch die junge Frau ist schwanger und dummerweise nicht von ihrem Verlobten sondern vom Azubi aus der Konditorei. Polly will das Kind heimlich in Holland abtreiben, das vertraut sie ihrer Schwester Jana noch an und dann ist Polly von einem Tag auf den anderen verschwunden.

Benjamin hingegen weiß nicht, wer seine Eltern sind. Angeblich wurde er von seiner Mutter ausgesetzt wie ein Tier. Im Heim aufgewachsen ist dem Jungen nur Schlimmes widerfahren, was ihn zu einem gestörten Einzelgänger hat werden lassen. Doch so alleine wie es zuerst scheint, ist er nicht. Benjamin entführt Frauen und hält sie in seinem ausgebauten Keller in Zellen gefangen, nicht alle sind mehr am Leben und doch sind noch alle irgendwie bei ihm…




„Dort unten stirbst Du“ ist mein erstes Buch von Moe Teratos und mich hat definitiv die angekündigte Brutalität, die in diesem Thriller beschrieben wird, neugierig gemacht und ich bin tatsächlich auf meine Kosten gekommen. 

Die Autorin erzählt in kurzen und knappen Kapiteln jeweils aus der Sicht des Täters, sowie aus der Sicht von Jana, die sich mit dem Verlobten ihrer Schwester auf der Suche nach dieser befindet. 

Benjamin hat keine schöne Kindheit erlebt, seine Mutter hat ihn alleine gelassen, ausgesetzt, seinem Schicksal überlassen. Wer sie oder sein Vater ist, weiß er nicht. Deshalb muss er die Welt von den Frauen befreien, sieht in jeder seine verantwortungslose Mutter oder die Frauen, die ihn in seinem Leben schon erniedrigt und gehänselt haben. In seinem umgebauten Keller bewahrt er deshalb seine zufällig erworbenen Errungenschaften auf und foltert sie auf brutalste Weise uns immer zu Tode. Hier spart die Autorin wirklich nicht am Ekelfaktor, da drehte sich selbst mir, als abgehärtete Thriller-Leserin kurzzeitig mal der Magen um. 

Teratos lässt hier wirklich kein noch so grausames Detail aus. Schaurig, ekelerregend, einfach herrlich! Die Charaktere der Protagonisten fand ich teilweise zu oberflächlich und etwas unglaubwürdig in ihren Handlungen. Auch bei dem Psychopathen Benjamin fehlten mir etwas mehr Hintergrundinformationen zu seinem früheren Leben. 

Das Ende war mir irgendwie zu lasch, da hätte ich mir etwas anderes gewünscht. Im Allgemeinen wirkt die Story stellenweise nicht zu Ende gedacht. Dennoch standen für mich die Grausamkeiten und die Aktivitäten des Mörders im Vordergrund und hiermit konnte die Autorin bei mir absolut punkten.


„Dort unten stirbst Du“ von Moe Teratos ist von der Handlung her sicherlich nicht der beste Thriller, stellenweise wirkte die Story nicht wirklich durchdacht, die Protagonisten haben wenig Tiefgang, zu wenig Charakter. Aber das Buch war flüssig und spannend zu lesen und die angekündigten grausamen Szenen wirklich hart an der Grenze des Erträglichen und genauso habe es erwartet und mir gewünscht. Diesbezüglich hat die Autorin also alles richtig gemacht, ich habe mich definitiv gut unterhalten und ausreichend angeekelt gefühlt. Dieser Thriller ist absolut nichts für empfindliche Mägen und schwache Nerven! Für all die Leser, die gewalttätige, brutale und wirklich eklige Szenen lieben kann ich hier eine Leseempfehlung aussprechen.


Autorin: Moe Teratos

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Erscheinungsdatum Erstausgabe: 27.10.2014
Flexibler Einband 260 Seiten

Sprache: Deutsch

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