Mittwoch, 1. August 2018

Wem Ehre gebührt von Rainer Kottke

Spannender Ostfrieslandkrimi mit authentischen Protagonisten

Privatdetektiv Jo Buskohl hat einen dicken Auftrag an Land gezogen, den ihn uns eine Partnerin Constanze an die französische Opalküste führt. Dort sollen sie den verschollenen Schwiegersohn des Leeraner Bürgermeisterkandidaten ausfindig machen.

Zeitgleich treibt ein Skandal die Bürger der Heimatstadt um, denn der Bestsellerautor und Literaturlistenstürmer Nikesch wird während einer Lesung im Modehaus Göttberg mit Sahnetorte beworfen, die Täterin kann entkommen.

Buskohl hat auf einmal alle Hände voll zu tun, denn neben dem Job in Frankreich, soll er auch die flüchtige Tortenwerferin aufspüren. Was zunächst wie ganz normaler Arbeitsalltag aussieht, entwickelt sich zu einer ernsten Bedrohung...mit ungeahnten Folgen…


Der Kriminalroman „Wem Ehre gebührt“ von Rainer Kottke ist bereits der zweite Fall für den Privatdetektiv Jo Buskohl. Kottkes Erstlingswerk hat mir schon richtig gut gefallen, in seinem aktuellen Roman hat der Autor, vor allem sprachlich, nochmal eine Schippe drauf gelegt.

Jo Buskohl hat es in diesem Roman mit zwei völlig unterschiedlichen Fällen zu tun. Während es in dem einen um pornografische Bilder im Internet und um eine makabere Art von Privatsphäreverletzung geht, scheint der zweite Fall vergleichbar harmlos und fast schon amüsant zu werden. Weit gefehlt, beide Fälle nehmen eine ganz besondere und auch gefährliche Wendung.

Kottke erzählt in mehreren Handlungssträngen, die mich zugegeben, anfangs etwas verwirrt haben. Es hat doch ein bisschen gedauert, bis ich mich in der Story und mit den vielen darin vorkommenden Personen zurechtfand und auch wohl fühlte. Einmal angekommen, hat mich der Krimi dann aber doch in seinen Bann und in ein dicht gewebtes Geflecht von Neid, Intrigen, Politik und Mord gezogen. Spannung, Humor und überraschende Wendungen wechseln sich mit viel Lokalkolorit ab und bieten Abwechslung und beste Leseunterhaltung. Am Ende laufen dann alle scheinbar losen Handlungsstränge gekonnt zusammen.

Die im Buch vorkommenden Protagonisten sind starke Charaktere, die ich schon im ersten Teil der Jan Buskohl-Reihe zu schätzen gelernt habe. Keine Menschen, die nach dem 08/15 Schema gezeichnet sind, sondern markante, heimatverbundene Typen mit Ecken und Kanten. Toll!


„Wem Ehre gebührt“ von Rainer Kottke ist ein gelungener Kriminalroman, der viele verschiedene, auch gesellschaftskritische Themen aufgreift und mir nach kleinen Startschwierigkeiten spannende Lesestunden geboten hat. Das gebotene Lokalkolorit und die originellen Charaktere runden die Story ab und geben ihr den nötigen Feinschliff. Ich freu mich schon auf das nächste Aufeinandertreffen mit Jan Buskohl. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung für alle Freunde des originellen Regionalkrimis.

Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung!




Buchtitel: Wem Ehre gebührt

Verlag:Books on Demand
Erscheinungsdatum:20.04.2018
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:248 Seiten

Kommentare:

  1. Ganz lieben Dank für die ausführliche Rezension. Besonders habe ich mich über das Lob zur Zeichnung der Charaktere gefreut. Ich selber finde es außerordentlich schwer, abzuschätzen, ob die Charaktere gut gelungen sind, u. a. deshalb, weil sie mir ja auch sehr ans Herz wachsen und dadurch die Objektivität fehlt. Außerdem sehe ich sie vor meinem inneren Auge viel komplexer als (bisher) in den zwei Romanen beschrieben. Das verfälscht die Wahrnehmung zusätzlich. Also nochmal: Vielen Dank für das Kompliment und für die Rezi überhaupt.

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    1. Lieber Rainer, ich freu mich über Deinen Besuch auf meinem Blog und über Deinen Kommentar! Herzlichen Dank!

      Liebe Grüße
      Kerstin

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