Mittwoch, 22. März 2017

Cold Reset - Erinnern ist tödlich von Noah Alexander

Zum Inhalt:
Er sitzt in einem Auto, dass droht im Fluss zu versinken. Mit letzter Kraft schafft er es, sich rechtzeitig aus dem Wagen zu befreien, kann sich ans nahe Ufer retten. Er weiß weder wer er ist, noch wie er in das Auto kam. Er hat alles vergessen. Plötzlich peitschen Schüsse, Kugeln schlagen neben ihm ein, instinktiv flieht er. Da spürt er eine Vibration in seiner Hosentasche, ein Handy! Und eine SMS mit den drei Worten: Lauf, Ben, lauf! Und Ben läuft, seine Flucht führt in quer durch Europa, er kommt kaum zur Ruhe, seine Verfolger sind ihm stets dicht auf den Fersen. Doch warum will ihn jemand töten, weswegen ist er auf der Flucht. Ben weiß, wenn er überleben und verstehen will, muss er sich erinnern…

Der Thriller „Cold Reset – Erinnern ist tödlich“ von Noah Alexander hat mich aufgrund des Spannung versprechenden Klappentextes angesprochen. Es fängt gleich interessant an, nämlich mit einem Vorwort. Denn was ich nicht wusste ist, dass hinter dem Pseudonym Noah Alexander fünf erfolgreiche deutschsprachige Autoren stehen, die da sind: Martin Conrath, Sabine Klewe, Ralf Pingel, Anette Strohmeyer und Markus Stromiedel. In einem sogenannten Writers-Room haben die fünf gemeinsam die Idee zu diesem Thriller entwickelt und ihn schließlich in relativ kurzer Zeit zu Papier gebracht und vollendet. Von einem Writers-Room hatte ich vorher noch nie gehört, umso neugieriger war ich auf das, was mich erwartet. Die eigentliche Story startet dann rasant und actionreich. Der Leser lernt den Protagonisten Ben kennen, der augenscheinlich sein Gedächtnis verloren hat, nicht weiß wer und was er ist und vor allem keine Ahnung hat, warum jemand ihn umbringen will und ihn durch ganz Europa gnadenlos jagt. Die Kapitel, angefangen von Bens Flucht bis hin zu einem schlüssigen Ende und der Aufklärung bezüglich Bens Gedächtnisverlust, sind kurz, knapp und absolut temporeich. Man kommt vor lauter Action kaum dazu, Atem zu holen. Und da liegt auch ein kleines bisschen die Crux an der Sache. Was dem armen Ben so alles widerfährt, wie oft er nur knapp dem Tod entrinnt und doch alles erstaunlich gut wegsteckt, wirkt an manchen Stellen etwas konstruiert und unglaubwürdig. Dennoch habe ich das Buch in kurzer Zeit verschlungen und die Idee, die im Plot umgesetzt wurde, hat mir gut gefallen. Nur so viel, das Schicksal der Menschheit liegt in Bens Händen, ob positiv oder negativ wird nicht verraten. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Mir wäre nicht aufgefallen, dass mehrere Autoren an diesem Buch mitgewirkt haben. 

„Cold Reset – Erinnern ist tödlich“ von Noah Alexander ist ein actiongeladener, hochspannender und temporeicher Thriller, der dem Leser kaum Luft zum Atmen lässt. Stellenweise liest er sich wie ein Drehbuch für einen Action-Film und wirkt auch hin und wieder etwas überzogen und konstruiert. Dennoch habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt und das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Allen Fans von Action-Thrillern und allen die es werden möchten, kann ich das Buch absolut empfehlen.

Das Buch kann hier bestellt werden:
Cold Reset - Erinnern ist tödlich von Noah Alexander

Be - Bastei Lübbe (14. März 2017)
EBOOK (EPUB)
ISBN: 978-3-7325-3741-9

Freitag, 17. März 2017

Am Anfang war Dein Ende von Faye Kellerman

Zum Inhalt:
Im Wald von Greenbury, New York wird die unbekleidete Leiche eines jungen Mannes gefunden. Detective Peter Decker ist vor Ort und entdeckt nicht nur, dass der Mann erschossen wurde, sondern auch einen Stapel fein säuberlich zusammengelegter Kleidung in der Nähe der Leiche. Alles spricht für Selbstmord, doch Decker zweifelt noch an dieser Theorie. Die Ermittlungen führen Decker und seinen ehemaligen jungen Kollegen McAdams an eine ehrwürdige Elite-Universität, an der der Tote, der mittlerweile als Elijah Wolf identifiziert wurde, Mathematik studiert hat. Wurde das herausragende Mathegenie Elijah aus Neid ermordet, oder hat sich der junge Mann tatsächlich selbst erschossen?

Als ich mich für den Kriminalroman „Am Anfang war Dein Ende“ von Faye Kellerman entschieden habe, war mir nicht klar, dass es sich nicht um einen in sich abgeschlossenen Roman handelt, sondern um den bereits 23. Teil der Reihe rund um Detective Peter Decker und Rina Lazarus. Gut, das muss ja erstmal kein Problem sein, schließlich sind die Bücher dennoch oft verständlich und ohne zwingendes Hintergrundwissen zu lesen. Der Leser begleitet Detective Peter Decker bei seinen Ermittlungen zum Tod des Mathegenies Elijah Wolf. Zur Seite steht ihm sein Ex-Kollege und aktueller Harvard-Student McAdams. Und da fangen leider die Wissenslücken an. Warum ist McAdams nicht mehr aktiv im Polizeidienst tätig, warum wird vor allem Deckers Frau Rina Lazarus in vertrauliche Ermittlungen mit einbezogen? Warum haben Decker und McAdams ein offensichtlich ganz besonderes Verhältnis zueinander? Dieses Nichtwissen machte es mir schwer, der Story weiterhin interessiert zu folgen. Allerdings ganz klar mein Fehler, schließlich hätte ich mich vorab besser informieren können. Leider kommt hinzu, dass der ganze Plot sich zäh, langatmig und viel zu nüchtern liest. Es geht um Mathematik und wird wirklich akribisch und voller Hingabe thematisiert. Dem einen oder anderen Leser mag das hochspannend vorkommen, für mich war es schlichtweg zu trocken. Auch bei der Ermittlungsarbeit kommt so gut wie keine Spannung auf. Erst als eine zweite Leiche auftaucht, kommt kurzfristig Bewegung in die Story. Doch die Autorin weiß geschickt, wie sie auch diesen spannenden Moment rasant wieder abflauen lassen kann. Die Protagonisten Decker, McAdams und Lazarus waren mir eigentlich sympathisch, ich mochte die besondere Art von Humor, die vor allem Peter Decker innehatte. Schade, dass Faye Kellerman nicht einige Rückblenden zu vorherigen Bänden eingefügt hat, andererseits könnte sie so natürlich Stammleser der Reihe verärgern und langweilen. Leider eine Gratwanderung.

„Am Anfang war Dein Ende“ von Faye Kellerman war leider so gar nicht meins. Zu langatmig, zu wenig Spannung, zu trocken. Hätte ich vorher gewusst, dass das Buch Teil einer bereits 23 Bände umfassenden Reihe ist, hätte ich es wohl gar nicht erst zur Hand genommen. Mein Fehler. Aufgrund dessen, dass ich mich aber dennoch mehr durch das Buch gequält habe, als es zu genießen, kann ich keine Leseempfehlung aussprechen und auch die anderen Teile der Reihe werden es sicherlich nicht in mein Bücherregal schaffen.

Das Buch kann hier bestellt werden:
Am Anfang war Dein Ende von Faye Kellerman

Harper Collins (6. März 2017)
Bandnummer: 100052
Seitenanzahl: 400
ISBN: 9783959676328
E-Book Format: ePUB

Donnerstag, 16. März 2017

Die Terranauten von T.C. Boyle


Zum Inhalt:
USA in den neunziger Jahren: Acht Bewohner, die sogenannten Terranauten, sollen für zwei Jahre in einem geschlossenen und autarken Ökosystem leben. Der riesige Kuppelbau, genannt „Ecosphere 2“ umfasst Bereiche aus Savanne, Wüste, Mangrovensumpf,  Ozean sowie außerdem intensive Landwirtschaft und Wohnraum für die Bewohner. In der zweijährigen Einschlusszeit darf keiner dieses abgeschlossene System verlassen oder betreten – egal was passiert - da sonst die Mission als gescheitert gilt. „Ecosphere 2“ und seine Bewohner sind Presse- und Tourismusmagnet, Menschen und Fernsehteams drängen sich an die Scheiben des Megaterrariums. Es herrscht Stimmung wie bei einer Reality-Show. Sind die acht auserwählten Terranauten zuerst noch ein unzertrennliches Team mit dem alleinigen Bestreben, „Ecosphere 2“ am Leben zu erhalten, so dominieren nach einiger Zeit doch Eitelkeit, Neid und Rivalität das Leben der Bewohner. Dann wird die Terranautin Dawn schwanger. Ist die Mission „Ecosphere 2“ dadurch zum Scheitern verurteilt?

„Die Terranauten“ von T.C. Boyle ist mein erstes Buch des bekannten Bestseller-Autors, dementsprechend hoch waren meine Erwartungen und meine Neugier. Das Thema hat mich gleich angesprochen. Acht auserwählte Personen führen ein autarkes Leben unter Glas, in einem riesigen Kuppelbau, unter fast ständiger Beobachtung durch die Öffentlichkeit und durch Mission Control, die fast sektenhaft über ihre Mission und die Teilnehmer dieser wacht, angeführt von Gottvater, dem Herr über all das und absoluter Oberguru. Nach dem medienpräsenten und ruhmreichen Einschluss beginnt das Leben für die Terranauten in ihrer eigenen kleinen Welt harmonisch und voller Euphorie. Jeder weiß, was seine Aufgaben sind und doch weicht das Neue und Aufregende bald einem entbehrungs- und arbeitsreichen Alltag. Der Ton untereinander wirt härter und bald herrschen Rivalität und Missgunst vor. Das alles erlebt der Leser jeweils aus dem Blickwinkel der drei Hauptprotagonisten Ramsey, Dawn und Linda. Boyle gelingt es, die Veränderungen, die die Gruppe und jeder Einzelne im Laufe des Projektes durchlebt, nachvollziehbar und authentisch widerzuspiegeln. Sympathie konnte ich leider für keinen der Protagonisten so richtig empfinden, alle hatten irgendewas, was mich gestört hat. Linda war dauerfrustriert und eifersüchtig, Dawn war mir zu egoistisch und Ramsey irgendwie zu berechnend. T.C. Boyles Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, flüssig und angenehm zu lesen. Das Leben in "Ecosphere 2" und die Geschehnisse hinter den zahlreichen Glasscheiben waren für mich zum größten Teil wirklich interessant und kurzweilig zu lesen, allerdings hat das Buch auch seine Längen und Wiederholungen, die Spannung und mein Interesse leider ab und an absinken ließ. Auch die Dschungelcamp-Reality-Show-Stimmung war mir manchmal etwas zu viel. 

"Die Terranauten" von T.C. Boyle ist für mich trotz einiger Längen, langatmigen Passagen und Dschungelcamp-Feeling absolut zu empfehlen. Der Einblick, den der Autor seinen Lesern in das Leben der acht Terranauten in ihrem eigenen Ökosystem gewährt, ist interessant und spannend, fast schon etwas voyeuristisch. Was mir neben dem für mich absolut gelungenen Cover besonders gut gefallen hat ist, dass die Geschichte an ein tatsächliches Experiment in den 90er Jahren anlehnt. Auf einer Fläche von 1,6 Hektar wurde nördlich von Tuscon, Arizona ein Kuppelbau errichtet, der ein Volumen von 204.000 Kubikmeter umschließt und in dem mehr als 6000 Glasscheiben verbaut wurden. Der technische Aufwand war enorm. Das Projekt gilt nach zwei erfolglosen Versuchen autarkes Leben unter der Kuppel zu führen, als gescheitert. Für Boyle und seine Charakterstudie über die Terranauten gibt es eine, wenn auch nicht uneingeschränkte Leseempfehlung.

Das Buch kann hier bestellt werden:
Die Terranauten von T.C. Boyle

Hanser Verlag (9. Januar 2017) 
Hardcover, 608 Seiten
ISBN 978-3-446-25386-5 

Freitag, 10. März 2017

Buchvorstellung - Plötzlich Gänsevater von Michael Quetting

Ich möchte Euch heute ein ganz besonderes Buch ans Herz legen: 

"Plötzlich Gänsevater" von Michael Quetting


Das ist mein Cousin und er hat 2015 für ein Forschungsprojekt sieben Graugans-Küken großgezogen. Manche von Euch erinnern sich vielleicht daran, ich hatte damals hier direkt auf seinen Blog und sein Leben mit den Gänschen verlinkt. Nun erscheint am 13. März 2017 sein Buch und ihr könnt darin nachlesen, wie es ihm mit Gloria, Frieder und den anderen kleinen Gänsen ergangen ist und wie ihn das Projekt persönlich verändert hat. Ich bin sicher, das ist richtig interessant, das hat auch damals schon sein Blog angedeutet. 

Hier gehts zum Buch und zur Leseprobe:
Plötzlich Gänsevater - Michael Quetting

Für alle die es interessiert: 
heute, 10. März um 22 Uhr erzählt der Gänsemichel über seine Erlebnisse mit den Gänsen bei der NDR Talkshow.

Dienstag, 7. März 2017

Drei Meter unter Null von Marina Heib


Zum Inhalt:
Sie war ein glückliches Kind, auch wenn Sie immer anders war als die anderen Kinder. Wollte Pipi Langstrumpf oder Tarzan werden, anstatt Tierärztin oder Rechtsanwältin wie ihre Klassenkameradinnen. Das machte Sie zur Außenseiterin, doch die Eltern des Mädchens, vor allem der Vater, zeigten immer Verständnis für ihre besondere Tochter. Später, als Erwachsene hat sie einen lukrativen Job ist erfolgreich in dem was sie tut, auch wenn Sie immer spürt, dass sie anders ist als andere und die Normalität in ihrem Leben ihr eher schwer fällt. Erst als die junge Frau Schreckliches aus ihrer Vergangenheit erfährt, streift sie ihr altes Leben ab, wird zur Jägerin und Mörderin. Alles was sie will ist Rache...

"Drei Meter unter Null" von Marina Heib ist ein ganz besonderer und verstörender Thriller in den ich mich erst hineinfinden musste, der mich dann aber völlig in seinen Bann gezogen hat. Die Autorin schreibt und erzählt direkt aus der Sicht der Mörderin und der Leser verfolgt gebannt jeden Schritt den die junge Frau, die Jägerin, auf ihrem Weg die Wölfe zu töten, beschreitet. Die Atmosphäre ist düster wie die Seele der Protagonistin. Man hat das Gefühl, die junge Frau kann nur wenig Freude und Glück empfinden, alles was sie leben und existieren lässt, das einzige was sie antreibt, ist Rache. Lediglich ihre Eltern, vor allem ihr Vater, ist für sie der Fels in der Brandung, ein Rückzugsort, ein Stück Geborgenheit, aber nur dann, wenn sie es zulassen kann. Marina Heib hat einen ganz speziellen Schreibstil, sprachgewaltig und faszinierend. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Protagonistin sympathisch finden soll. Weiß nicht, ob ich ihr Tun und Handeln gutheißen kann und kann doch irgendwie verstehen, was sie umtreibt und warum sie ist wie sie ist. Die Jagd der Mörderin und ihre grausamen Taten halten den Spannungsbogen auf einem ständig hohen Level und ich wollte einfach nur wissen, wie die Geschichte ausgeht. Das Ende hat mich dann komplett überrascht und regelrecht überrumpelt. Eine krasse Wendung, mit der ich tatsächlich in keinster Weise gerechnet hätte.Chapeau!

"Drei Meter unter Null" von Marina Heib ist ein düsterer und ganz spezieller Thriller der mich wirklich fasziniert hat. Vor allem hat mich der sprachgewaltige Schreibstil, mit dem die Autorin die spannende und tragische Geschichte der Protagonistin erzählt und ihre Ausdrucksweise beeindruckt. Ein Thriller der sicherlich polarisiert. Mir ging das Buch definitiv unter die Haut, weswegen ich sehr gerne eine Leseempfehlung ausspreche. 

Das Buch kann hier bestellt werden:
Drei Meter unter Null

Verlag: Heyne Encore (6. März 2017)
Hardcover, 256 Seiten
ISBN: 978-3-453-27111-1

Mittwoch, 22. Februar 2017

Verraten von Florian Schwiecker

Zum Inhalt: 
Im Zentrum von Berlin ist nach einem Bombenanschlag das Entsetzen groß. Luk Krieger wäre beinahe ebenfalls ein Opfer des Anschlags geworden. Der Agent einer geheimen Spezialeinheit für Terrorbekämpfung nimmt zusammen mit der Kriminalkommissarin Anna Cole die Ermittlungen auf. Alle Hinweise deuten auf einen islamistischen Hintergrund, es tauchen Bekennerschreiben auf und die Gefahr eines erneuten Anschlages versetzt alle in höchste Alarmbereitschaft. Doch Krieger und Cole stoßen auf Spuren die sie in die Kreise von Macht und Korruption führen. Der Wunsch, die Verantwortlichen für den Tod vieler Menschen zur Strecke zu bringen, bringt Anna und Luk an ihre Grenzen und in große Gefahr… 

„Verraten“ ist das Thriller-Debüt von Florian Schwiecker, der lange Zeit als Strafverteidiger gearbeitet hat. Der Zusatz „Der neue Luk Krieger-Thriller“ ist etwas irreführend, nimmt man doch an, Schwiecker hat schon mehrere Romane mit dem Protagonisten veröffentlicht. Dem ist nicht so. Das Buch beginnt gleich spektakulär mit einem Bombenanschlag in Berlin. Aufgrund der der erst kürzlich tatsächlich geschehenen Anschläge in Berlin, Brüssel und Frankreich gehen einem die im Buch beschriebenen Szenen sehr nahe und entfachen ein beklemmendes, beängstigendes Gefühl. Man hat die erschreckenden Bilder aus dem Fernsehen vor Augen und der Autor schafft es mit seinem fesselnden und atmosphärischen Schreibstil diese Stimmung auch in seinem Buch widerzuspiegeln. Die Suche nach den Verantwortlichen ist ein actiongeladenes Katz- und Maus-Spiel, welches den Leser kaum Luft zum Atmen lässt und dadurch bei der Stange hält. Die beiden Hauptprotagonisten Luk Krieger und Anna Cole sind mir zu klischeehaft. Er der gutaussehende Superheld und Agent aus der geheimen Spezialeinheit, sie die hübsche und selbstbewusste Kriminalkommissarin, die weiß wie sie sich in einem von Männern dominierten Job durchsetzen muss. Mir war das definitiv zu oberflächlich, die beiden hatten für mich einfach keine Ecken und Kanten, nichts Greifbares was einen Charakter ausmacht, egal ob gut oder böse. Das Ende und somit die Auflösung des Falls war für mich vorhersehbar, wenig überraschend und auch eher etwas unwahrscheinlich und übertrieben.  

„Verraten“ von Florian Schwiecker ist ein spektakulärer, actiongeladener und gut zu lesender Thriller mit einem durchaus realistischen Plot. Leider bedient sich der Autor einigen Klischees, manches wirkt unwahrscheinlich und konstruiert. Ich habe das Buch trotzdem als spannend und fesselnd zu lesen empfunden, für mich aber keine Lektüre, die lange nachwirkt. Da der Hauptprotagonist und Superheld am Ende ganz knapp überlebt (puh!) kann man schwer davon ausgehen, dass es einen zweiten Teil mit Luk Krieger geben wird. Ich kann für „Verraten“ zwar durchaus eine Leseempfehlung aussprechen, bin mir aber unschlüssig, ob ich einen zweiten Teil lesen würde. 

Das Buch kann hier bestellt werden:
Verraten

Verlag: Edel Germany; Auflage: 1 (2. Februar 2017)
Taschenbuch: 312 Seiten
ISBN-13: 978-3841905055

Freitag, 17. Februar 2017

The Message von Tibor Rode



Zum Inhalt:
Die Studenten des Anthropologie-Seminars haben den Gruppenchat „Charlie´s Eight“ gegründet, in dem sogar ihr Professor mitschreibt. Dann erhält Kathy eine mysteriöse Kettenmail mit einer Todesdrohung, die sie im Gruppenchat postet und die alle für einen blöden Scherz halten. Doch diese Nachricht ist die letzte, die die anderen Gruppenmitglieder von Kathy lesen. Danach ist Funkstille, die junge Frau nicht mehr zu erreichen. Am nächsten Morgen wird ihre Leiche in einem abgeschiedenen Moor gefunden. Als ein anderes Gruppenmitglied die gleiche unheimliche Nachricht erhält, bekommen es die übrigen Studenten mit der Angst zu tun…wird auch dieser Empfänger der Kettenmail unter rätselhaften Umständen ums Leben kommen…?

Wow, „The Message“ von Tibor Rode ist mal so ganz anders wie die Thriller die ich bisher gelesen habe und es waren einige. Denn hier liest und erlebt man die ganze Story ausschließlich als Chatnachrichten der einzelnen Protagonisten im Stil von WhatsApp. Der Gruppenchat wird von einer Gruppe Studenten betrieben, die im Rahmen ihres Anthropologie-Seminars die Moorleiche „Charlie“ sezieren und untersuchen. Eins der Mitglieder, Kathy bekommt eine äußerst mysteriöse Kettenmail und die Bedrohung, die von dieser ausgeht, wird erstmal von keinem ernst genommen, bis das Schicksal seinen Lauf nimmt. Trotz des ungewöhnlichen Stils bekommt der Leser doch einen ganz guten Einblick in die Gruppe und die einzelnen Charaktere. Ich hätte nie gedacht, dass solch eine Art von Thriller so wahnsinnig spannend und fesselnd sein kann. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und mich in der Tat richtig gegruselt. Irgendwie war das wie bei dem Film „Blair Witch-Projekt“ nur in geschriebener und nicht in visueller Form. 

„The Message“ von Tibor Rode ist modern, anders und absolut genial und außergewöhnlich. Spannend von Anfang bis zum Ende, fesselnd und mit absoluten Grusel-Gänsehaut-Momenten. Das Cover finde ich sehr passend, ansprechend und macht definitiv Lust auf dieses Buch und seinen Inhalt. Ich bin begeistert und spreche hier eine absolute Leseempfehlung für diesen ungewöhnlichen Thriller aus!

Das Buch kann hier bestellt werden:
The Message

BEthrilled (17. Januar 2017)
ISBN: 978-3-7325-3290-2