Freitag, 15. Juni 2018

Herzschlag der Gewalt von Matthias Soeder

Unglaublich spannendes und gnadenlos brutales Thriller-Debüt

Alexander Hartmann ist Frachtpilot, doch jahrelang schon führt er ein riskantes Doppelleben als Agent. Immer wieder erledigt er für den deutschen Geheimdienst gefährliche Aufträge. Nach einem schweren Schicksalsschlag und einem Leben im Alkohol - und Spielrausch will Hartmann der Liebe wegen aussteigen. Doch für den Bundesnachrichtendienst soll er einen letzten hochbrisanten Auftrag übernehmen. Der Agent mit krimineller Vergangenheit hat keine Wahl, vom BND erpresst bleibt ihm nur die Kooperation oder das Gefängnis. Somalische Terroristen planen in Nairobi einen Anschlag auf eine deutsche Einrichtung, die Alexander Hartmann verhindern soll. Zu spät erkennt er die wahren Hintergründe des Attentats und für Hartmann geht es auf einmal um mehr als nur das eigene Überleben…


Mit seinem Thriller „Herzschlag der Gewalt“ hat Matthias Soeder ein packendes Erstlingswerk geschrieben, dass mich in Gänze überzeugen konnte. Seit über 20 Jahren ist Soeder selbst Frachtpilot. Aufgrund seiner Erfahrung kann der Autor auf fundiertes Expertenwissen zurückgreifen, was seinem Thriller auf jeden Fall zugutekommt.

Es gibt zwei parallel zueinander laufende Erzählstränge. Zu Beginn beschreibt Matthias Soeder die Lebensgeschichte des Afrikaners Chibala. Ein somalischer Junge, der im brutalen und schonungslosen Bürgerkrieg mehr als nur seine Familie verliert, zu einem brutalen und kaltblütigen Kriminellen heranwächst und letztlich noch eine große Rolle im Buch spielen wird.

Auch der Hauptprotagonist Alexander Hartmann sein Leben, seine Entwicklung zum Agenten und seine riskanten Aufträge werden lange und intensiv beleuchtet ohne uninteressant zu werden.

Beide Handlungsfäden sind höchst spannend, temporeich, brutal und schonungslos. Sie erzählen von Leid, Elend und Not, von Schicksalsschlägen und Katastrophen. Tiefgründig geschickt und wirklich authentisch führt Soeder diese beiden Erzählstränge schließlich zusammen. Gewalt und Tod sind ständige Begleiter in diesem Buch, sie lassen erschreckende und grausame Bilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Bilder, die keineswegs der Fantasie des Autors entspringen, denn in Somalia und anderen afrikanischen Ländern sind militärische Konflikte und Krieg nach wie vor trauriger Alltag. Nicht selten werden Jugendliche, zum Teil aus Flüchtlingslagern, für den Kampf rekrutiert

Die lebendigen Charaktere sind vielschichtig und authentisch und sehr überzeugend.

Die Handlung spielt größtenteils in Afrika. Seine Recherche-Reisen führten Matthias Soeder immer wieder zu den im Buch erwähnten Schauplätzen. Man spürt, dass der Autor weiß von was er schreibt, dies verleiht dem Thriller zusätzliche eine brisante Würze.

Einzig und allein die teilweise sehr knappen Sätze und die sprachliche, nicht immer runde Ausdrucksweise könnte kritisch bewertet werden, dem hochspannenden Lesevergnügen tut das aber nicht wirklich einen Abbruch.


„Herzschlag der Gewalt“ von Matthias Soeder ist ein unglaublich guter, hochspannender und vielschichtiger Thriller. Kaum zu glauben, dass dieses Buch Soeders Debüt präsentiert. Der Autor konfrontiert seine Leser mit authentischer Gesellschaftskritik und greift zudem globale Konflikte auf, die er mit Tiefgang, aber schonungslos und in all ihrer Brutalität erzählt. Ich bin gespannt, ob der Autor bei seinem nächsten Buch meine Erwartungen erfüllen und hier noch eine Schippe drauflegen kann. Von mir gibt’s eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle Thriller-Begeisterten, die sich nicht von gewalttätigen und brutalen Szenen abschrecken lassen.

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Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung!



Erscheinungsdatum Erstausgabe:22.11.2017
Flexibler Einband 432 Seiten
Sprache: Deutsch

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