Sonntag, 14. Januar 2018

Die Jesus-Welle von Richard Marbel

Die Jesus-Welle – ein interessanter und spektakulärer Einblick in das Leben nach dem Tod

Als vor 30 Jahren Marcia, die große Liebe des Physikers Michael bei einem Unfall ums Leben kam, hat sich sein Leben komplett verändert. Er tauscht die Universität mit dem Priesteramt und lebt fortan als Priester. Er zweifelt, er trinkt und fristet ein trostloses und einsames Dasein. Eines Tages bekommt er von seinem ehemaligen Mentor, Medienmogul und Wissenschaftler Carl Steinberg eine unglaubliche Einladung. Ein Computer soll ihm und drei weiteren Probanden mittels Quantenwellen den Eintritt in eine Parallelwelt ermöglichen. Dort leben die Menschen nach ihrem Tod. Wird Michael nach all der Zeit Marcia wiedersehen? Was keiner der Beteiligten ahnt, im Jenseits wartet eine dunkle Bedrohung…


Ich konnte mir nicht so recht vorstellen, was mich in Richard Marbels Werk „Die Jesus-Welle“ erwartet. Wissenschaftlicher Roman? Christliche Glaubenslehre? Meiner Meinung nach ist es nicht eindeutig einem Genre zuzuschreiben. Gekonnt vereint der Autor Science-Fiction, Liebesroman und wissenschaftlichen Thriller in einem Buch und vermochte es, mich mit seiner Story gut zu unterhalten. 

Richard Marbel schickt vier unterschiedliche Charaktere auf eine geheime und einsame Insel, die dem Wissenschaftler und Medienmogul Carl Steinberg gehört. Dieser möchte die Probanden mittels eines hoch komplexen Computersystems welches mit Quantenwellen eine Verbindung zu einer Parallelwelt herstellen kann, in das Leben nach dem Tod schicken. Dort sollen sie sich auf die Suche nach der sogenannten Jesuswelle und nach Jesus selbst machen und die Möglichkeit bekommen, bereits verstorbene und geliebte Menschen wieder zu sehen. Doch jemand möchte das Experiment unter allen Umständen verhindern.

Marbel reißt in seinem Roman unterschiedliche und spannende Themen wie das Leben nach dem Tod, die Frage nach Jesus und die Existenz von Parallelwelten an und verpackt diese geschickt in eine rasante und temporeiche Geschichte die gezeichnet ist von gut erklärter und nicht zu trockener Wissenschaft und künstliche Intelligenz, aber auch voller Glaube, Liebe und Hoffnung. Die bildhafte und phantasievolle Art und Weise, wie der Autor die Parallelwelt beschreibt, hat mir gut gefallen. Die fiktive Welt wirkt glaubwürdig und meiner Meinung nach nicht überzogen. Phasenweise verlor ich immer mal wieder den Bezug zu der Geschichte, auch wenn ich nicht genau benennen kann, woran das lag.

Mit den Probanden hat Marbel Charaktere erschaffen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Die junge hochbegabte Lucy, die jung ihre Mutter verloren hat, der etwas versnobte, aber hervorragende Neurologe Stuart, der taffe und misstrauische Security-Mitarbeiter Pierre und schließlich der an sich zweifelnde Priester Michael. Allen Figuren sind facettenreich und stimmig, auch wenn einigen von ihnen manchmal etwas der Tiefgang fehlt. Dennoch konnte mich keiner der Charaktere wirklich berühren oder von sich einnehmen, was ich sehr schade fand.

Marbels Schreibstil ist klar und flüssig, das Ende ist stimmig und plausibel und bietet mit einem gelungenen Epilog den perfekten Abschluss. 


„Die Jesus-Welle“ von Richard Marbel schneidet viele interessante Themen an und bietet eine gute Mischung aus Emotion und Wissenschaft. Gibt es ein Leben nach dem Tod? Existiert Gott? ist der Eintritt in mögliche bestehende Parallelwelten möglich? Fragen, die mich nach Lektüre dieses Buches definitiv beschäftigen und nachwirken. Zudem gelingt es dem Autor mit einem rasanten und spannenden Plot das gute Niveau, dass das Buch zu Beginn verspricht, zu halten. Richard Marbel hat mich mit seinem Roman auf jeden Fall überrascht, auch wenn die Charaktere mich nicht so ganz ansprechen konnten. Dennoch, von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.



Buchtitel: Die Jesus-Welle

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Erscheinungsdatum Erstausgabe: 03.11.2017
Flexibler Einband 364 Seiten
Sprache: Deutsch

Kommentare:

  1. Also jetzt mal ehrlich, Du bist ebenso Schuld an meiner wachsenden WL wie die Mädels von KeJas-Blogbuch. Ist ja fürchterlich. Vielen Dank für die tolle Rezi, die ein weiteres Buch auf meine WL katapultiert *g*
    Liebe Grüße aus eh scho wissen
    Conny

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    1. Liebe Conny,
      das tut mir soooo schrecklich leid, ehrlich!!! :-)))
      Liebe Grüße
      Kerstin

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